Können die Reaktorkerne aus den Reaktorblöcken 1 bis 3 geborgen werden?
FAQWie genau eine mögliche Bergung des Kernbrennstoffs ablaufen kann, ist derzeit noch Gegenstand von Untersuchungen und hängt von den Inspektionsergebnissen im Inneren der Blöcke 1 bis 3 ab. Es werden verschiedene Methoden untersucht, die von einer vollständigen Flutung des Containments, über eine Teilflutung bis hin zum trockenen Containment ausgehen. Derzeit tendiert man zu einer teilweisen Flutung des Containments mit Wasser während der Bergung und zu einem seitlichen Zugang am Boden des Containments, um das Corium vom Boden des Containments zu bergen. Eine Bergung von oben mit geflutetem Containment wird als schwierig angesehen, da dafür die Leckagestellen im Containment abgedichtet werden müssten. Es wird angenommen, dass neben den gefundenen Leckagestellen auch noch nicht entdeckte kleine Risse vorhanden sind. Diese Annahme beruht auf vorgefundenen Rissen in den Blöcken 5 und 6, nachdem dort Dichtarbeiten durchgeführt worden waren. Für die Rückbauarbeiten werden 30 bis 40 Jahre veranschlagt.
Die Kernschmelzfragmente sollen zuerst aus Block 2 geborgen werden, da Tokyo Electric Power Company Holdings, Inc. (TEPCO) eigenen Angaben zufolge die meisten Kenntnisse über die Bedingungen im Block 2 vorliegen. In die Entscheidung flossen unter anderem die – bislang im Vergleich zu den anderen Blöcken umfangreichsten – Ergebnisse der Erkundungsfahrten diverser Roboter im Containment (zum Beispiel Kameraaufnahmen und Trümmerproben) und das Arbeitsumfeld insgesamt (zum Beispiel Zugang zum Containment von außen, keine Wasserstoffexplosion im Reaktorgebäude erfolgt, begrenzte Aufenthalte möglich) mit ein. In einem nächsten Schritt plant TEPCO mit Hilfe eines Roboterarms testweise Kernschmelzfragmente von der Seite über eine Durchführung im Containment zu entnehmen. Die Bergung der Kernschmelzfragmente könnte bei einer erfolgreichen Mission mit dieser Methode im Jahr 2021 starten. Infolge der Corona-Pandemie konnte der in Großbritannien entwickelte Roboterarm nicht wie vorgesehen im Januar 2021 nach Japan transportiert werden, sondern erst im Juli 2021. Seitdem wird die Handhabung des Gerätes geschult und überprüft. Der Beginn der Bergung des Coriums wird derzeit im Zeitraum der Jahre 2024 – 2026 angegeben. Für das testweise Entnehmen des Coriums wurde im Juli 2020 überprüft, ob der Containmentdruck auf den Umgebungsluftdruck abgesenkt werden kann, um einer unkontrollierten Freisetzung durch den Test vorzubeugen. Der Druck konnte über mehrere Tage durch eine erhöhte Abluftentnahme abgesenkt und auf Umgebungsdruck gehalten werden. Es wurden währenddessen keine ungewöhnlichen Abweichungen der überwachten Messwerte registriert.
Enthalten in Fragen und Antworten zu
Situation in Japan sowie mögliche Auswirkungen in Deutschland
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