Mehr Elektroautos brauchen mehr Batterien, für mehr Batterien müssen mehr Rohstoffe mehr abgebaut werden. Verschlimmert die Elektromobilität die Umweltprobleme in der Welt?
FAQDie Förderung von Rohstoffen ist grundsätzlich mit Eingriffen in die Natur verbunden. Allerdings wird gerade die Elektromobilität unseren Primärrohstoffbedarf auch mindern, weil fossile Brennstoffe, vor allem Erdöl, eingespart werden. Ökologisch und sozial ist Erdölgewinnung seit Jahrzehnten oft sehr problematisch – von Teersanden über Fracking, soziale und ökologische Folgen der Ölförderung bis hin zu fragwürdigen Regimen.
Mehr als die Hälfte des globalen Lithiumbedarfs wird in Australien gewonnen. Beim Lithiumabbau steht der Wasserverbrauch besonders im Fokus. Kaum bekannt ist dabei, dass der Wasserbedarf für die Lithiummenge einer Antriebsbatterie für ein ganzes Fahrzeugleben nur etwas höher ist als für die Erzeugung von gut einem Kilogramm Rindfleisch.
Bei den alternativen Antrieben haben wir die Chance, vieles besser zu machen und ein bestehendes, an vielen Stellen fragwürdiges System zu ersetzen. Dabei müssen wir Sorge tragen, dass bei neuen Ansätzen wie der E-Mobilität beim Vorher schon ans Nachher gedacht wird. Bei kritischen Rohstoffen wie Batterien braucht es eine Dreifachstrategie:
Effizienz, also weniger Rohstoffeinsatz für dieselbe Leistung, Ersatz, also ein anderer oder der gänzliche Verzicht auf einen bestimmten Rohstoff, und Recycling.
Alle drei Strategien werden von Unternehmen verfolgt und politisch unterstützt. Auch konnte die Energiedichte von Batterien um ein Vielfaches gesteigert werden, so dass heute übliche größere Reichweiten in der Regel sogar ohne größeren "Rohstoff-Rucksack" auskommen. Daneben kann in modernen Batterietypen, wie beispielsweise Lithium-Eisenphosphat-Akkumulatoren, die insbesondere bei kleineren Pkw zum Einsatz kommen, weitgehend auf seltene Rohstoffe wie Cobalt und Mangan verzichtet werden.
Einen politischen Beitrag dazu leistet die EU-Batterieverordnung. Diese betrachtet den gesamten Lebenszyklus, erfordert das Recycling von Batterien und führt ab 2027 einen digitalen Batteriepass ein, der Auskunft über Herkunft der Rohstoffe, Recyclinganteil und Lebensdauer geben soll. Daneben sind Hersteller verpflichtet, den CO2-Fußabdruck ihrer Batterien offenzulegen. Darauf aufbauend kann später eine Höchstgrenze für den CO2-Ausstoß in der Produktion eingeführt werden.
Ressourcenbilanz: Welchen Rohstoffbedarf haben Elektroautos?
Enthalten in Fragen und Antworten zu
Elektromobilität
Stand: