Was erschwert bislang das Erfassen von Schäden durch den Klimawandel an zentraler Stelle?
FAQDie tatsächlichen klimawandelbedingten Schäden in Deutschland können derzeit noch nicht vollständig erfasst und beziffert werden. Neben rechtlichen Hürden und fehlenden Informationsflüssen hat das weitere Gründe:
- Analysen nur im Sektor: Aktuelle Untersuchungen für Deutschland betrachten nur einen Ausschnitt. Versicherer erfassen den Schaden an Gebäuden und Infrastruktur. Landwirte und ihre Verbände die Erträge und Ausfälle. Andere Stellen erfassen die erhöhte Sterblichkeit, Kriminalitätsrate oder verringerte Arbeitsproduktivität. Es fehlt eine Bündelung der Daten an zentraler Stelle, wo auch Rückschlüsse von einem Sektor auf den anderen gezogen werden.
- Klimafolgen sind komplex: Klimafolgen betreffen sowohl graduelle Veränderungen (Temperatur- und Meeresspiegelanstieg) als auch eine Zunahme von Extremereignissen (wie Hitze oder Starkregen). Sie haben nicht nur unmittelbare, sondern auch vielfältige indirekte, schwer zu beziffernde Auswirkungen, zum Beispiel ökonomische Einbußen durch Zeitverluste infolge von Schäden der Infrastruktur wie Böschungsbrände oder Geschwindigkeitsreduzierungen an Autobahnen; erhöhte Transportkosten und Havarien infolge von Einschränkungen der Abladetiefen infolge von Niedrigwasser.
- Offene Forschungsfragen: Noch ist es schwierig zu ermitteln, welcher konkrete Anteil dieser Schäden sich auf den Klimawandel zurückführen lässt. Beispiel: Hochwasser hat es schon immer gegeben, infolge des Klimawandels treten sie mittlerweile häufiger auf. In der Attributionsforschung kann nachgewiesen werden, dass eine Kausalität zwischen Klimawandel und Extremereignissen besteht. Welcher Anteil eines Schadensereignisses genau durch den Klimawandel verursacht worden ist, wird derzeit noch erforscht.