"Moorspezialist*innen": Ein Qualifizierungsprogramm für Fachkräfte zur Moor-Revitalisierung

Deutschland | 2025 - 2031 | Fördermaßnahmen im ANK | Natürlicher Klimaschutz
Ansprache und Erfassung von Moor-Lebensraumtypen mit Tom Polte

Im Programm "Moorspezialist*innen" werden Hochschulabsolventinnen und -absolventen praxisnah und bedarfsgerecht im Bereich Moorschutz qualifiziert. Durch den Kapazitätsaufbau von Fachkräften soll bundesweit eine schnelle und großflächige Umsetzung von Moor-Klimaschutzprojekten ermöglicht werden.

Projektdaten

Projektdauer

01/2025 - 12/2031

Förderjahr

2026

Land

Deutschland

Ort/Region

Mecklenburg-Vorpommern

Fördersumme

34 Millionen €

Themenbereich

Natürlicher Klimaschutz

Kooperationspartner

Verwaltungsvereinbarung zwischen dem Bund, vertreten durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt MV

Kontakt

Institut zur Ausbildung von Moorspezialist*innen (LUNG MV),
Universität Greifswald, Institut für Botanik und Landschaftsökologie,
Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee

Fördernehmer

Institut zur Ausbildung von Moorspezialist*innen (LUNG MV, Leitung und Koordination), Universität Greifswald, Institut für Botanik und Landschaftsökologie (Lehre), Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee (Evaluation)

Das Modellvorhaben "Moorspezialist*innen" zielt darauf ab, dem Mangel an Fachkräften im Bereich Moorschutz mithilfe eines praxisnahen Qualifizierungsprogramms entgegenzuwirken. Damit soll bundesweit eine schnelle und großflächige Umsetzung von Moor-Klimaschutzprojekten ermöglicht werden. Unter der organisatorischen Leitung des neu gegründeten "Instituts zur Ausbildung von Moorspezialist*innen" (IMS) am Landesamt für Umwelt-, Naturschutz und Geologie in Mecklenburg-Vorpommern werden in vier Jahrgängen bis zu 80 Master- und Bachelor-Absolventinnen und Absolventen sowie Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zu zertifizierten Moorspezialistinnen und Moorspezialisten qualifiziert.

Projektziele

Ziel ist es, den Teilnehmenden in der Ausbildung die notwendigen theoretischen wie praktischen Fachkenntnisse zu vermitteln, die sie befähigen, Moorvorhaben systematisch und erfolgreich umzusetzen.

Bisherige Erfahrungen zeigen, dass eine gute Kenntnis der beteiligten Akteure bei Moorvorhaben ein Gelingensfaktor ist. Deshalb wird eine Vernetzung der angehenden Moorspezialist*innen untereinander und mit wichtigen Akteursgruppen im Moorschutz angestrebt.

Darüber hinaus soll mit dem Programm die Öffentlichkeit für die Notwendigkeit der Umsetzung von Moorvorhaben sensibilisiert werden.

Maßnahmen

Das "Instituts zur Ausbildung von Moorspezialist*innen" (IMS) koordiniert den Wissenstransfer theoretischer und praktischer Kenntnisse an die Teilnehmenden und baut die notwendigen Ausbildungsstrukturen und Programmprozesse auf.

Unterstützt wird das IMS durch die Professur "Moorforschung" der Universität Greifswald, die die theoretische Ausbildung mit über 40 Seminartagen inhaltlich plant, koordiniert und die bundesweit tätigen Fachdozenten bindet.

Die fachpraktische Ausbildung findet in verschiedenen Einsatzstellen statt, in denen die Teilnehmenden von Mentorinnen und Mentoren intensiv angeleitet werden. Die Einsatzstellen sind Vorhabenträger, Genehmigungsbehörden und Planungsbüros, die Expertise in der Planung, Genehmigung und Umsetzung von Moorvorhaben haben. Die Teilnehmenden lernen an eigenen Moorschutzprojekten in den Einsatzstellen.

Zusätzliche Vernetzungsangebote und die Einbindung in die Öffentlichkeitsstrategie des IMS bringt die Teilnehmenden untereinander und mit wichtigen Akteuren im Moor- und Klimaschutz in den Austausch.

Das Vorhaben wird von der Ostseestiftung laufend evaluiert und das Programm aufbauend auf den daraus resultierenden Erkenntnissen weiterentwickelt.

Ergebnisse und Highlights

Am 1. April 2025 startete der erste Ausbildungsjahrgang. Die Teilnehmenden zeigen in beeindruckender Weise Engagement für den Moor-Klimaschutz. Sie erfüllen die intensiven Anforderungen an ihre Lernbereitschaft und tragen ihre Kenntnisse durch Beteiligung an Veranstaltungen und Tagungen bereitwillig mit in die Öffentlichkeit.

Das Interesse an der Qualifizierung ist im zweiten Jahr ungebrochen, was die erneut große Anzahl an Bewerbungen auf die Ausbildungsplätze zeigt.

Als erstes weiteres Bundesland wird Niedersachsen ab dem 1. August 2026 in das Programm einsteigen und zwei Teilnehmende in Einsatzstellen vor Ort ausbilden.

Die politische und gesellschaftliche Wahrnehmung des Programms "Moorspezialist*innen" ist hoch, wodurch die Notwendigkeit der Umsetzung von Moorvorhaben und der Fachkräfteausbildung gut in der Öffentlichkeit verankert werden kann.

https://www.bundesumweltministerium.de/FP196

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