ANK – Naturnaher Wasserhaushalt mit lebendigen Flüssen, Seen und Auen
FAQs
Grundsätzlich besteht für die naturnahe Entwicklung von Flussauen in Deutschland ein umfangreiches Potenzial, das jedoch regional unterschiedlich ist. Das Potenzial zur naturnahen Entwicklung ist dabei insbesondere von der Nutzung des jeweiligen Flusses und der jeweiligen Aue abhängig. In einer bundesweiten Studie wurde ermittelt, dass zwei Drittel der Flussufer in ganz Deutschland ein hohes oder sehr hohes Potenzial besitzen, die Ufer wieder naturnäher zu gestalten. Das bundesweit vorhandene Potenzial für die Wiederanbindung von Auenflächen beläuft sich auf mehrere zehntausend Hektar.
Außerhalb der Ballungsgebiete sind Entwicklungsmöglichkeiten in ganz Deutschland vorhanden. Die größten Potenziale zur Auenentwicklung gibt es in den gering besiedelten Gebieten, zum Beispiel an Elbe, Havel und Oder sowie den alpinen Zuflüssen zur Donau. Mit dem Bundesprogramm "Blaues Band Deutschland" haben wir bereits die Handlungsbedarfe und künftigen Renaturierungsmöglichkeiten an Bundeswasserstraßen identifiziert. Diese Projekte werden in den nächsten Jahrzehnten umgesetzt. Nun gilt es, die darüber hinaus gehenden Bedarfe für die Auenrenaturierung zu identifizieren und gezielte Anreize für weitere Renaturierungsmaßnahmen zu setzen.
Die Grundvoraussetzung für eine sichere Trinkwasserversorgung ist der Erhalt oder die Wiederherstellung des naturnahen Wasserhaushalts. Denn dieser speichert übers Jahr den Niederschlag und erhöht die Widerstandsfähigkeit von Böden und Ökosystemen. Beispielsweise werden bei der Wiedervernässung von Feuchtgebieten wie Auen nicht nur CO2 gespeichert, sondern auch der Grundwasserspiegel erhöht und der schnelle Abfluss der Oberflächengewässer verringert.
Die Wiederherstellung und Erhaltung des naturnahen Wasserhaushalts ist daher ein Kernanliegen der Nationalen Wasserstrategie (NWS), die die Bundesregierung im März 2023 verabschiedet hat. Bei der Umsetzung der NWS arbeiten Bund und Länder gemeinsam mit den Akteuren der Wasserwirtschaft an Lösungen, um künftiger Wasserknappheit vorzubeugen und Nutzungskonflikte zu vermeiden.