Bürgerinnen- und Bürgerbeteiligung und soziale Teilhabe für Nachhaltigen Konsum
Die Bundesregierung verfolgt mit dem Nationalen Programm für Nachhaltigen Konsum eine langfristige Strategie zur Förderung nachhaltiger Lebens- und Konsumweisen in Deutschland. Das Programm wurde erstmals im Jahr 2016 beschlossen und 2021 umfassend weiterentwickelt. Es bildet weiterhin einen zentralen politischen Rahmen für Maßnahmen zur Förderung nachhaltigen Konsumverhaltens.
Das Programm beschreibt zentrale Ziele, Leitlinien und Handlungsfelder, die dazu beitragen sollen, nachhaltigen Konsum stärker in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu verankern. Zu den übergeordneten Zielen gehören insbesondere:
- die Förderung einer breiten gesellschaftlichen Diskussion über nachhaltige Lebensstile,
- die stärkere Ausrichtung des Konsumverhaltens an ökologischen und sozialen Kriterien in wichtigen Lebensbereichen sowie
- die Verbesserung der Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen an nachhaltigem Konsum.
Ein wichtiger Bestandteil der Umsetzung ist die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern. Nachhaltiger Konsum kann nur dann erfolgreich gefördert werden, wenn Menschen in unterschiedlichen sozialen Lebenslagen aktiv eingebunden werden und geeignete Rahmenbedingungen für nachhaltige Entscheidungen vorfinden.
Vor diesem Hintergrund haben das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt im Jahr 2021 ein ReFo-Plan Vorhaben "Nachhaltiger Konsum im Dialog: Bürgerbeteiligung und sozialen Teilhabe im Rahmen der Umsetzung des Nationalen Programms für Nachhaltigen Konsum: neue Impulse für das bürgerschaftliche Engagement" (UBA Texte 124/ 2021) initiiert. Ziel war es, neue Beteiligungsformate zu entwickeln und zu erproben sowie Wege aufzuzeigen, wie nachhaltiger Konsum zur Stärkung gesellschaftlicher Teilhabe beitragen kann. Ein besonderer Fokus lag dabei auf jungen Menschen, Menschen mit Migrationshintergrund sowie Personen mit geringem Einkommen.
Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene innovative Beteiligungsformate erprobt. Dazu zählen unter anderem sogenannte Ideenschmieden, in denen Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft Lösungen für nachhaltigen Konsum entwickeln. Darüber hinaus wurden Kurzzeitexperimente durchgeführt, bei denen Teilnehmende nachhaltige Konsumpraktiken im Alltag testen konnten.
Die Erkenntnisse aus diesen Dialog- und Experimentformaten fließen weiterhin in politische Prozesse ein. Sie tragen dazu bei, Maßnahmen des Nationalen Programms für Nachhaltigen Konsum weiterzuentwickeln und stärker auf soziale Teilhabe auszurichten. Gleichzeitig unterstützen aktuelle Projekte und Programme des Umweltbundesamtes sowie des Kompetenzzentrums Nachhaltiger Konsum die praktische Umsetzung, etwa durch Informationsangebote, Netzwerke und konkrete Projekte in Bereichen wie Ernährung, Mobilität, Reparatur und nachhaltige Produktwahl.



