Jugendpolitik und Jugendbeteiligung
Für junge Menschen sind Fragen und Herausforderungen der Umwelt-, Naturschutz- und Klimapolitik von großer Bedeutung. Über vielfältige Jugendbeteiligungsformate werden junge Menschen aktiv in die Arbeit des BMUKN einbezogen. Von echter und wirksamer Beteiligung profitieren alle. So werden die Auswirkungen politischer Entscheidungen auf die Lebenswirklichkeit junger Menschen besser berücksichtigt. Gleichzeitig erhält das BMUKN einen Einblick in die Lebensrealitäten, die Zukunftswünsche, aber auch die Sorgen junger Menschen. Dies ist wichtig, denn diese Entscheidungen haben einen direkten Einfluss auf das Leben junger Menschen heute und auf nachfolgende Generationen.
Wollen Sie / wollt ihr mehr über die Arbeit des BMUKN zum Thema Jugendbeteiligung wissen oder gibt es Fragen zu den konkreten Formaten, Projekten und Aktivitäten? Über das Kontaktformular ist das Team Jugendbeteiligung zu erreichen.
Kriterien guter Jugendbeteiligung in der Umweltpolitik
Um die Qualität der Jugendbeteiligungsangebote zu sichern, hat das BMUKN das Policy Paper "Kriterien guter Jugendbeteiligung in der Umweltpolitik" in Auftrag gegeben. Grundlage des Policy Papers waren zwei Fachgespräche mit den Mitarbeitenden des BMUKN, jugendlichen und erwachsenen Expertinnen und Experten sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. In den Fachgesprächen wurden auf der einen Seite mögliche Kriterien, Themen und Methoden für das Gelingen von Jugendbeteiligung in der Umweltpolitik diskutiert und auf der anderen Seite ein Blick auf bereits durchgeführte Jugendbeteiligungsformate des BMUKN geworfen.
Jugendverbändegespräch
Das Jugendverbändegespräch findet in der Regel einmal im Jahr statt. Hier wird unterschiedlichen Jugendverbänden, wie der BUNDJugend, der NAJU, der Naturfreundejugend und anderen die Möglichkeit gegeben, mit dem Minister ins Gespräch zu kommen. Zentral ist dabei, dass die Themen bereits in der Vorbereitung durch die Verbände selbst gesetzt werden und der Termin gemeinsam mit dem BMUKN vorbereitet wird. So kann sichergestellt werden, dass die Thematiken, die den Jugendverbände und ihren Mitglieder wichtig sind, im Gespräch genügend Raum finden.
Jung und aktiv für die Meere – Jugendbeteiligung zum Meeresschutz
Jungen Menschen ist es wichtig, an der Arbeit zu konkreten Themen des BMUKN beteiligt zu werden. Daher wurde in 2024 ein Jugendbeteiligungsangebot zum Thema Meeresschutz gestartet. Im Zentrum stand die Mitwirkung an der nationalen Meereskonferenz 2025 und die Entwicklung und Umsetzung des Bildungsprojektes "Rucksack voll Meer". Die Idee für das Bildungsprojekt ist in der Gruppe der jungen Menschen entstanden. Der "Rucksack voll Meer" verfolgt das Ziel, junge Menschen – insbesondere solche, die nicht in den Küstenregionen leben – zum Schutz der Meere zu bilden und zum Engagement zu motivieren. Das Projekt wird seit Februar 2026 gemeinsam mit kosmos b e. V. umgesetzt, die Gruppe junger Engagierter arbeitet weiter intensiv daran mit.
Koordinierungsstelle Jugendbeteiligung in Klimafragen
Das BMUKN beteiligt junge Menschen auch zum Thema Klimaschutz. Die Koordinierungsstelle "Jugendbeteiligung in Klimafragen" ist dafür zentral. Sie bündelt die Positionen und Forderungen von über 30 verschiedenen Verbänden und Organisationen und trägt diese gezielt in die klimapolitischen Prozesse des Ministeriums hinein. Die Positionen werden in selbstorganisierten Arbeitsgruppen erarbeitet, die sich vertieft mit spezifischen klimapolitischen Themen auseinandersetzen. Projektträger ist der Deutschen Bundesjugendring (DBJR).
LCOY – Die junge Klimakonferenz
Das BMUKN fördert die junge Klimakonferenz LCOY (Local Conference of Youth). Die LCOY bringt jedes Jahr junge Menschen aus ganz Deutschland zusammen, um sich zu Umwelt- und Klimafragen auszutauschen und eigene Perspektiven in die politische Debatte einzubringen. In Workshops, Diskussionen und Arbeitsgruppen entwickeln die Teilnehmenden Ideen und Forderungen für eine nachhaltige Zukunft.
Die Konferenz wird von jungen Menschen organisiert und gestaltet. Sie bietet Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. Gleichzeitig ermöglicht sie den Dialog mit Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. So werden die Erfahrungen, Erwartungen und Lösungsansätze der jungen Generation sichtbar.
Die Ergebnisse der LCOY fließen in nationale und internationale Jugendprozesse rund um die Klimapolitik ein. Auf diese Weise trägt die Konferenz dazu bei, dass die Stimmen junger Menschen in politischen Entscheidungsprozessen stärker berücksichtigt werden.
Jugenddelegierte
Das BMUKN fördert unter anderem die UN-Jugenddelegierten für nachhaltige Entwicklung (Projektträger: Deutscher Bundesjugendring). Die beiden Jugenddelegierten begleiten die deutsche Regierungsdelegation zur UN, konkret zum Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung (Englisch: High Level Political Forum for Sustainable Development (HLPF)). Bei dem Forum vertreten die Jugenddelegierten die Interessen der jungen Menschen aus Deutschland vor der UN und damit vor der gesamten Weltgesellschaft. Außerdem setzen sie sich auch in Deutschland für die Umsetzung der 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals oder kurz: SDGs) ein. Dabei treten die Jugenddelegierten in Dialog mit jungen Menschen, berichten zu den SDGs und dem Stand ihrer Umsetzung.
Im Rahmen der Verbändeförderung fördert das BMUKN die NAJU-Jugenddelegation zur Welt-Biodiversitätskonferenz. Die Jugenddelegierten machen auf die Relevanz des Themas der biologischen Vielfalt aufmerksam. Außerdem reisen sie zur UN-Konferenz zum Schutz der Biologischen Vielfalt und vertreten dort die junge Generation.
Jugendengagement für Nachhaltigkeit stärken durch Dialog und transformatives Lernen (JuNast)
Im Projekt JuNast setzen sich das IKU – Die Dialoggestalter gemeinsam mit dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU), ConPolicy und dem Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbh mit der Frage auseinander, wie Jugendliche und junge Erwachsene, die bisher nicht im Bereich Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit aktiv sind, für diese Themen erreicht und für ein Nachhaltigkeitsengagement sensibilisiert und beteiligt werden können. Der Fokus liegt auf dem Einbezug von Akteurinnen und Akteuren aus Jugendverbänden und der offenen Jugendarbeit. Das Projekt enthält drei zentrale Elemente: das Engagementforum, drei Modellprojekte und ein Jugendforum, bei dem am Ende der Projektlaufzeit die Ergebnisse präsentiert werden.
Jugendstudie: "Zukunft? Jugend fragen!"
Die Studie "Zukunft? Jugend fragen!" untersucht, wie junge Menschen über die Umwelt und das Klima denken, welche Sorgen sie haben und welche Ideen und Vorstellungen sie für die Zukunft mitbringen. Die Studie wird 2026 bereits zum sechsten Mal durchgeführt werden. Neben wiederkehrenden Fragen zu Politik, Umwelt, Klima und Konsum wird die Rolle des Schutzes von Umwelt und Klima angesichts vielfältiger Krisen für junge Menschen und deren Erwartungen an Politik und Wirtschaft untersucht. Ein Jugendprojektbeirat wird sowohl an der Erstellung der Studie als auch an der Organisation und Durchführung des Jugendforums intensiv beteiligt.
Mikroförderung
Das Projekt "Handeln JETZT!" ermöglicht über den "Youth Impact Fund" unkomplizierte Unterstützung für Projekte und Aktionen mit bis zu 300 Euro. Ideen können laufend eingereicht werden. Sie werden dann drei Mal im Jahr bewertet. Mit der Förderung wurden unter anderem bereits Müllsammelaktionen umgesetzt, Hochbeete und Nisthilfen für Bienen angelegt oder Videoprojekte zur biologischen Vielfalt realisiert. Außerdem wurden Aktionen organisiert die die Erfahrungen von Menschen in den Vordergrund stellen, die am wenigsten zur Klimakrise beitragen, aber am meisten von ihr betroffen sind. Das Projekt wird von BUNDJugend, NAJU und Naturfreundejugend Deutschlands umgesetzt.