Reaktivierung des natürlichen Wasserrückhaltevermögens im Arnsberger Wald

Deutschland | 2025 - 2028 | Fördermaßnahmen im ANK | Natürlicher Klimaschutz
vernässte Aue

Mit dem Schwammwald-Projekt wird die hydraulische Funktion unserer Wälder wiederhergestellt. Künstliche Entwässerungen werden rückgebaut, um den Wasserrückhalt zu optimieren und die Klimaresilienz der Ökosysteme nachhaltig zu verbessern.

Projektdaten

Projektdauer

05/2025 - 04/2028

Förderjahr

2026

Land

Deutschland

Ort/Region

Nordrhein-Westfalen

Fördersumme

422.400,92 €

Themenbereich

Naturschutz, Natürlicher Klimaschutz, Wasser und Binnengewässer

Kooperationspartner

ZUG

Kontakt

Kreis Soest

Fördernehmer

Kreis Soest

Künstliche Entwässerungsstrukturen, wie Entwässerungsgräben und tiefe Fahrspuren, stören den natürlichen Wasserhaushalt unserer Wälder erheblich. Angesichts zunehmender klimatischer Extrema (Dürre, Starkregen) führt dies zu einer verstärkten Beeinträchtigung von Wald- und Moorbereichen und einem beschleunigten Wasserabfluss, der auch entfernte Gebiete beeinflusst. Unser Projekt zielt darauf ab, diese entwässernden Strukturen zurückzubauen, um die Wasserrückhaltekapazität des Waldes wiederherzustellen und seine Klimaresilienz nachhaltig zu erhöhen. Dafür haben wir im Vorfeld des Förderprojekts auf einer Fläche von 21.000 Hektar alle relevanten Strukturen – circa 1.000 Kilometer entwässernde Strukturen – mittels Geographischer Informationssysteme (GIS) umfassend kartiert und analysiert. Auf dieser Basis wurden konkrete Maßnahmenpläne entwickelt. Innerhalb des Förderprojekts werden circa 48 Kilometer dieser Strukturen rückgebaut und das Vorhaben eng wissenschaftlich begleitet.

Projektziele

Das übergeordnete Ziel des Schwammwald-Projekts ist die nachhaltige Stärkung der Ökosystemleistungen des Waldes, insbesondere im Kontext von natürlichem Klimaschutz und dem Erhalt sowie der Förderung der Biodiversität. Durch die Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushalts erzielen wir mehrere positive Effekte:

Dezentraler Hochwasserschutz: Indem Wasser länger im Wald zurückgehalten wird, entlasten wir Abflusssysteme bei Starkregenereignissen und tragen zu einem verbesserten Hochwasserschutz bei, indem insbesondere die Abflussspitzen gekappt werden.

CO2-Bindung: Gesunde, ausreichend mit Wasser versorgte Wälder können ihre Funktion als CO2-Senke effektiver wahrnehmen und so aktiv zum Klimaschutz beitragen.

Reduzierung von Trockenstress: Eine verbesserte Wasserspeicherung und damit längere Wasserverfügbarkeit im Waldboden macht Pflanzen und Bäume widerstandsfähiger gegenüber Dürreperioden und sichert die Vitalität des Bestandes.

Grundwasseranreicherung: Das Retentionsvermögen des Waldes wird erhöht, was zu einer effektiveren Neubildung von Grundwasser führt.

Mann läuft entlang eines Waldwegs
Totholz im ehemaligen Graben

Maßnahmen

Rund 48 Kilometer entwässernde Strukturen (Gräben, Fahrspuren) werden schonend rückgebaut: Oberboden wird abgetragen, die Strukturen mit autochthonem Material verfüllt und wieder angedeckt.

Parallel dazu erfolgt ein intensiver Austausch mit Forst- und Wissenschaftsexperten sowie Behörden zur aktiven Wissensvermittlung. Gezielte Öffentlichkeitsarbeit durch Exkursionen und Vorträge erklärt die Notwendigkeit der Maßnahmen und fördert die bundesweite Übertragbarkeit des Projektansatzes. So schaffen wir eine breite Basis für erfolgreiche Klimaanpassungsstrategien.

Ergebnisse und Highlights

Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den (aktiven und ideellen) Projektpartnern, ohne die eine erfolgreiche Umsetzung nicht möglich wäre. Erste Ergebnisse sind auch direkt nach der Umsetzung des ersten Bauabschnitts sichtbar: Wasser fließt nicht mehr ab, sondern steht in den Auwaldbereichen.

https://www.bundesumweltministerium.de/FP199

Wege zum Dialog

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