Bundesumweltministerium fördert Wiedervernässung in Baden-Württemberg mit rund 1,3 Millionen Euro
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), Rita Schwarzelühr-Sutter, hat heute einen Förderbescheid für die Renaturierung des Merklinger Rieds an den Bürgermeister von Weil der Stadt, Christian Walter, übergeben. Das Merklinger Ried ist nicht nur ein einzigartiger Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tierarten, sondern spielt auch eine wichtige Rolle für den Wasserhaushalt in der Region. Mit dem Projekt möchte die Kommune das Feuchtgebiet stabilisieren, den Ausstoß von Treibhausgasen vermindern und wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen sichern. Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt die Maßnahmen aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) mit rund 1,35 Millionen Euro.
Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter: "Mit der Wiedervernässung des Moores im Merklinger Ried schützen wir nicht nur einen wichtigen Lebensraum für eine Vielzahl seltener Arten, sondern stärken auch den Natürlichen Klimaschutz. Ein nasses Moor ist ein besonders wirksamer Kohlenstoffspeicher. Indem Weil der Stadt den Wasserstand stabilisiert, verhindert sie die Freisetzung von Treibhausgasen aus dem Torfboden. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, die Region widerstandsfähiger gegen trockene Sommer und Wasserknappheit zu machen. Das alles hilft Natur und Mensch gleichermaßen."
Weil der Stadt reagiert mit dem Projekt auf die fortschreitende Austrocknung des Merklinger Rieds, die durch die starke Absenkung des Grundwasserspiegels verursacht wird. Diese Entwicklung ist vor allem auf die starke Vertiefung des Flussbetts der Würm seit der Begradigung des Flusses in den 1960er- und 1970er-Jahren sowie zunehmend trockene Sommer infolge des Klimawandels zurückzuführen. Das Moor verliert dadurch an Substanz, und die Lebensgrundlage vieler Pflanzen und Tiere geht verloren.
Um das auszugleichen, legt die Stadt Regenwasserkanäle an und leitet gezielt Wasser zurück in das Gebiet. Ergänzend werden Feuchtwiesen und Schilfflächen gepflegt und renaturiert, um die Lebensräume typischer Röhricht- und Feuchtgebietsarten wie Teichrohrsänger und Rohrammer aufzuwerten. Die Stadt arbeitet dabei eng mit Naturschutzvereinen, Landwirtinnen und Landwirten sowie der Jägerschaft zusammen. Anwohnerinnen und Anwohner werden durch öffentliche Begehungen und Informationsangebote in die Projektmaßnahmen eingebunden.
Hintergrundinformationen:
Das Bundesumweltministerium (BMUKN) unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Schaffung und Stärkung vielfältiger Ökosysteme verbinden. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer wie auch naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern ihn langfristig. Sie wirken zudem als Puffer gegen Folgen der Klimakrise, indem sie Starkregen und Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen. Zugleich erhalten sie unsere Lebensgrundlagen, bieten wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, speichern Wasser und sind Rückzugsorte für Menschen.
Mit der Förderrichtlinie "Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen" fördert das BMUKN Projekte auf möglichst großen öffentlichen, nicht wirtschaftlich genutzten Flächen, die einen positiven Beitrag für den Klimaschutz und den Erhalt oder die Stärkung der biologischen Vielfalt leisten und die Lebensqualität in Landkreisen, Städten und Gemeinden erhöhen. Über 100 geförderte Kommunen haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut die Umsetzung der Richtlinie.