Abwasser

Wasseraufbereitungsanlage bei Sonnenuntergang

Abwasser darf in Deutschland und in der Europäischen Union nicht ungeklärt in Flüsse und Seen eingeleitet werden, egal, ob aus Haushalten, Gewerbe oder Großindustrie. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) schreibt vor, dass die enthaltenen Schadstoffe so weit reduziert werden müssen, wie der Stand der Technik es ermöglicht.

Rechtliche Grundlagen und Zuständigkeiten

Um die Gewässer gegen Verunreinigungen zu schützen, dürfen Abwassereinleitungen gemäß Paragraf 57 Absatz 1 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) nur erlaubt werden, wenn die Schadstofffracht des Abwassers so gering gehalten wird, wie dies nach dem Stand der Technik möglich ist. Die konkreten Vorgaben für kommunales und industriell-gewerbliche Abwässer sind in der Abwasserverordnung (AbwV) festgelegt. Für die Abwasserentsorgung der Privathäuser sind die Kommunen zuständig.

Die aktuelle Situation in Deutschland

In Deutschland werden rund 96 Prozent des Abwassers aus privaten Haushalten und öffentlichen Einrichtungen in Kläranlagen geleitet und gereinigt.

Kurzinfo Abwasser - Kläranlage

Jedes Jahr erzeugen Haushalte, Industrie und Gewerbe in Deutschland über fünf Milliarden Kubikmeter Schmutzwasser. Aber nicht nur das: Rund drei Milliarden Kubikmeter Regen, die von Straßen oder befestigten Flächen abgeleitet werden, fließen mit in die Klärwerke. Dazu kommen jährlich erhebliche Mengen Fremdwasser, die über undichte Stellen ins Kanalnetz einsickern.

In Deutschland sind rund 97 Prozent der Gesamtbevölkerung an die öffentliche Kanalisation angeschlossen: Das heißt, das Abwasser der Haushalte wird in der öffentlichen Kanalisation gesammelt und in Kläranlagen geleitet. Es gibt knapp 9.000 öffentlicher Kläranlagen.

Mikroschadstoffe

Eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren stellen Mikroschadstoffe im Abwasser dar. Dazu gehören Arzneimittelrückstände, Kosmetika oder Chemikalien, die bereits in kleinsten Mengen eine gewässerschädliche Wirkung zeigen. Um diese Spurenstoffe zu entfernen, reicht die bisherige herkömmliche Klärtechnik nicht aus. Daher sind bestimmte Kläranlagen bis Ende 2045 nach den europäischen Vorgaben der Kommunalabwasserrichtlinie mit Technologien auszustatten, wie beispielsweise spezielle Membranen oder Oxidationsverfahren, die solche Substanzen entfernen können.

Hausentwässerung und städtische Kanalisation

Die Grafik zeigt die Entwässerung eines Hauses bis in die Kanalisation. Durch die Entlüftungsrohre und Fallleitungen gelangt das Wasser aus den diversen Anschlüssen im Haus in die Anschlussleitung. Diese führt, wie der Regenwasserabfluss, durch die Rohrkanäle in den Hauptkanal. Den Hauptkanal kann man durch Einstiegsschächte erreichen.. Weitere Informationen siehe Bildunterschrift

Die Grafik zeigt die Entwässerung eines Hauses bis in die Kanalisation. Durch die Entlüftungsrohre und Fallleitungen gelangt das Wasser aus den diversen Anschlüssen im Haus in die Anschlussleitung. Diese führt, wie der Regenwasserabfluss, durch die Rohrkanäle in den Hauptkanal. Den Hauptkanal kann man durch Einstiegsschächte erreichen.

Stand: 11.02.2026

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