Seit Beginn der Kampfhandlungen am 24. Februar 2022 beobachtet das Radiologische Lagezentrum des Bundes (RLZ-Bund) die Lage in der Ukraine sehr aufmerksam.
Über den aktuellen Stand berichtet das BMUKN auf dieser Seite.
Stand 31. Mai 2026 18:00 Uhr:
Am späten Abend des 30.05.2026 berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) über einen mutmaßlichen Drohneneinschlag am Atomkraftwerk Saporischschja (ZNPP) in der Ukraine (UKR), unter Bezugnahme auf Angaben des von Russland eingesetzten Betreibers. Demnach sei eine Drohne in eine Turbinenhalle der Anlage eingeschlagen und habe diese beschädigt. Diese Meldung wurde in diversen Medienberichten aufgegriffen.
Am Nachmittag des 31.05.2026 inspizierte ein IAEA-Team die Lage vor Ort und ließ verlauten, dass es äußere Schäden an der direkt neben dem Reaktorgebäude von Block 6 gelegenen Turbinenhalle beobachten konnte, die von einem Drohneneinschlag stammen könnten. Ein Zugang zum Inneren des beschädigten Gebäudes, um die Schäden näher begutachten zu können, war dem Team nicht möglich. Bei Messungen der Umgebungsstrahlung seien keine auffälligen Werte festgestellt worden.
Die beschädigte Turbinenhalle gehört zum nicht-nuklearen Teil des entsprechenden Blockes des Druckwasserreaktors. Von einer akuten Gefährdung ist daher aktuell nicht auszugehen. Im Einklang damit und mit den Angaben der IAEA und der ukrainischen Aufsichtsbehörde, sind die dem RLZ-Bund vorliegenden Messwerte der Umgebungsstrahlung vor Ort unauffällig (Stand 31.5.2026, 8:00 MESZ).
Am Standort Saporischschja stehen sechs Reaktorblöcke, von denen derzeit keiner in Betrieb ist. Der letzte Reaktorblock des Atomkraftwerks wurde im September 2022 abgefahren. Seit April 2024 befinden sich alle Reaktorblöcke im Anlagenzustand „unterkritisch, kalt“. Die Nachzerfallsleistung der Brennelemente in allen Blöcken ist seitdem wesentlich abgeklungen und damit ist auch der zur Kühlung notwendige Strom- und Wasser-Bedarf gesunken. Dennoch ist ein Angriff auf den Standort Saporischschja (ZNPP) aus Sicht der nuklearen Sicherheit völlig inakzeptabel.
Im RLZ-Bund arbeiten Expertinnen und Experten des BMUKN, des BfS und weiterer Stellen zusammen.