Fluss.Frei.Raum – Klimaresiliente Bäche und Flüsse für Bayern

Deutschland | 2024 - 2030 | Fördermaßnahmen im ANK | Förderung
Bauarbeiten an einem Bach mit einem Bagger

Fluss.Frei.Raum macht den Rückbau von Querbauwerken in Fließgewässern zum Schlüssel für Natürlichen Klimaschutz – mit Pilotprojekten, praxisnaher Unterstützung für Kommunen und dem Aufbau eines landesweiten Kümmerer-Netzwerks für freie, klimaresiliente Bäche und Flüsse in Bayern.

Projektdaten

Projektdauer

03/2024 - 03/2030

Förderjahr

2026

Land

Deutschland

Ort/Region

Bayern

Fördersumme

4.130.000 €

Themenbereich

Naturschutz, Natürlicher Klimaschutz, Wasser und Binnengewässer, Förderung

Kontakt

WWF Deutschland, BUND Naturschutz in Bayern, Landesfischereiverband Bayern, Bayerischer Kanu-Verband und Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld

Fördernehmer

WWF Deutschland, BUND Naturschutz in Bayern, Landesfischereiverband Bayern, Bayerischer Kanu-Verband und Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld

Kurzbeschreibung des Projektes

Über 100.000 Kilometer Bäche und Flüsse durchziehen Bayern – doch nur wenige können noch frei fließen. Im Durchschnitt werden bayerische Fließgewässer alle 500 Meter von einem Querbauwerk unterbrochen. Viele dieser Barrieren sind heute nicht mehr zeitgemäß und könnten entfernt oder durchgängig gestaltet werden. Entsprechend erreichen vier von fünf Fließgewässern nicht den von der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderten guten ökologischen Zustand. Der Klimawandel verschärft diese Belastungen.

Hier setzt das Verbundprojekt "Fluss.Frei.Raum – Klimaresiliente Bäche und Flüsse für Bayern" an. WWF Deutschland, BUND Naturschutz in Bayern, Landesfischereiverband Bayern, Bayerischer Kanu-Verband und Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld wollen gemeinsam Barrieren abbauen und so klimaresiliente Bäche und Flüsse entwickeln. Denn durchgängige Fließgewässer speichern Wasser, puffern Hochwasser und bieten Lebensräume für Arten – ein zentraler Beitrag zum Natürlichen Klimaschutz.

Maßnahmen

Umsetzung von beispielhaften Rückbauten, Wissensaufbau zu Machbarkeit und Wirksamkeit von Rückbauprojekten, Steigerung der Qualifikation und Motivation von Gewässerverantwortlichen und Kommunen für Rückbauten, Aufbau Kümmerernetzwerk und Vorbereitung weiterer Rück- und Umbauprojekte, Öffentlichkeitsarbeit, Politikdialog

Handlungsfelder

Handlungsfeld 2 - Naturnaher Wasserhaushalt mit lebendigen Flüssen, Seen und Auen

Projektziele

Fluss.Frei.Raum will durch den modellhaften Rückbau von Querbauwerken vernetzte, klimaresiliente Fließgewässer schaffen und zugleich Strukturen, Wissen und Allianzen so stärken, dass der Rückbau verzichtbarer Barrieren in Bayern dauerhaft zur selbstverständlichen Praxis wird.

Maßnahmen

An drei beispielhaften Gewässern (Stöckigtbach, Streu, Bahra) werden Querbauwerke zurückgebaut und zusätzliche freie Fließstrecken geschaffen. Diese Pilotprojekte zeigen, wie Rückbauten fachlich geplant und umgesetzt werden können.

Parallel bündelt und entwickelt das Projekt fachliches Wissen zu Planung, Finanzierung, Kommunikation und Wirkung von Rückbauvorhaben. Dieses Knowhow wird systematisch in die Fläche getragen: Kommunen erhalten praxisnahe Unterstützung – etwa durch das Fluss.Frei.Raum-Kit, Beratungsangebote und fachlichen Austausch – und werden so befähigt, eigene Rückbauprojekte an Gewässern 3. Ordnung bis zur Umsetzungsreife zu entwickeln.

Zugleich arbeitet Fluss.Frei.Raum mit Rangerinnen und Rangern aus Naturparken zusammen und etabliert ein landesweites Netzwerk ehrenamtlicher "Kümmerer". Als Multiplikatoren stoßen sie Vorhaben an, begleiten Dialogprozesse und stärken die Akzeptanz vor Ort.

Gezielte Öffentlichkeitsarbeit macht den ökologischen und klimatischen Mehrwert frei fließender Gewässer sichtbar und schafft Rückhalt für weitere Maßnahmen. Gleichzeitig wird der Austausch mit Politik genutzt, um die Rahmenbedingungen für den Rückbau von Querbauwerken zu verbessern.

Ergebnisse und Highlights

Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit Kommunen und Gewässerverantwortlichen sowie die Verankerung in der Fläche durch das "Kümmerer"-Netzwerk und Rangerinnen und Rangern aus Schutzgebieten. So entsteht eine dauerhafte Struktur, die weitere Rückbauprojekte vorantreiben kann.

Die besondere Strahlkraft liegt in dieser Kombination: konkrete Rückbauprojekte, kommunale Befähigung, aktiviertes Ehrenamt und belastbare Argumente für politische Entscheidungen – mit dem Ziel, lebendige, klimaresiliente Flüsse in Bayern wieder zur Selbstverständlichkeit zu machen.

https://www.bundesumweltministerium.de/FP195

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