Industriedekarbonisierung und Kohlestoffmärkte
Deutschland setzt sich gemeinsam mit seinen internationalen Partnern für eine ambitionierte Dekarbonisierung der Industrie als wesentliche Voraussetzung zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens ein. Das Bundesumweltministerium unterstützt den Aufbau von Leitmärkten für klimafreundliche Grundstoffe wie Stahl und Zement und begleitet die Weiterentwicklung europäischer Rahmenbedingungen, etwa im Kontext des geplanten Industrial Accelerator Acts.
Schon heute stehen die Märkte für klima- und umweltfreundliche Produkte vor einem erheblichen Wachstum. Initiativen wie der Klimaclub fördern Rahmenbedingungen für Investitionsentscheidungen in die Transformation und gestalten die Dekarbonisierung der Industrie zum Beispiel über den Aufbau von Leitmärkten für "grünen" Stahl und Zement international mit. Die Privatwirtschaft verfügt über das strategische Potenzial, zu einer zentralen Triebkraft des Wandels zu werden. Fokus auf Vereinbarkeit von Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung bei gleichzeitigem erreichen von Klima- und Nachhaltigkeitszielen.
Mit dem Klimaclub engagiert sich Deutschland zudem in einem inzwischen weltweit anerkannten Forum mit 50 Mitgliedern aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern, das gemeinsame Standards, Investitionen und internationale Kooperationen zur beschleunigten Industriedekarbonisierung vorantreibt.
Systeme für den Handel von Treibhausgasemissionen
Wirksamer Klimaschutz hängt vom koordinierten Einsatz verschiedener Instrumente ab. Sowohl CO2-Bepreisung und Kohlenstoffmärkte können dabei eine wichtige Rolle spielen. Grundsätzlich lassen sich zwei unterschiedliche Kohlenstoffmarkt Instrumente unterscheiden: Emissionshandelssysteme (Cap and Trade) und "Baseline and Credit"-Systeme (Gutschriftensystem). Beide Ansätze sowie auch CO2-Steuern stützen sich auf Preissignale, um ihre gewünschte Wirkung zu erzielen.
Artikel 6 des Übereinkommens von Paris markiert einen Meilenstein für internationale marktbasierte Klimaschutzmechanismen. Er regelt, wie die internationale Zusammenarbeit bei grenzüberschreitenden Klimaschutzmaßnahmen zu erfolgen hat (Gutschriftensystem). Die Regeln bieten eine gute Grundlage, um wirksame Klimaschutzmaßnahmen auch außerhalb der eigenen nationalen Grenzen, sicherzustellen. Sie ermöglichen nachhaltige und transformative Klimaschutzprojekte zu finanzieren, die andernfalls im Gastland nicht umgesetzt worden wären. Aufgrund ihres großen Potenzials ist die Nutzung marktbasierter Instrumente ein wichtiger Bestandteil der Strategie der Bundesregierung zur Bekämpfung des Klimawandels.
Das Bundesumweltministerium setzt sich dabei für hohe Qualität, Integrität und Transparenz ein. Es unterstützt durch Kapazitätsaufbau Entwicklungs- und Schwellenländer beim Aufbau politischer Rahmenwerke und die strategische Nutzung von Artikel 6 für die nationale Transformation und Ambitionssteigerung.