Rad- und Fußverkehr
Für den Umwelt- und Klimaschutz spielt der Rad- und Fußverkehr eine zentrale Rolle. Mit jedem Weg, den wir zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurücklegen, sparen wir CO2-Emissionen, reduzieren Lärm und verbessern die Luft- und Aufenthaltsqualität in Städten und Gemeinden. Gleichzeitig benötigt die Infrastruktur für Fahrräder und Fußgänger weniger Platz als Autos. Mit hierdurch freiwerdenden Flächen können Städte und Gemeinden lebenswerter gestaltet werden – zum Beispiel mit mehr Grünflächen, sicheren Radwegen und attraktiven Räumen zur Begegnung und Freizeitgestaltung.
Darüber hinaus fördert aktive Mobilität unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Viele unserer Alltagswege können zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Mit modernen Fahrradkonzepten wie E-Lastenrädern oder E-Bikes können zudem auch anspruchsvollere Transportaufgaben und Strecken schneller und komfortabler bewältigt werden, was das Fahrrad für immer mehr Menschen zu einer echten Alternative zum Auto macht. In diesem Kontext verfolgt die Bundesregierung das Ziel, den Rad- und Fußverkehr in Deutschland zu stärken und die Bedingungen hierfür zu verbessern.
Kernelement zur Förderung des Radverkehrs ist der Nationale Radverkehrsplan 3.0 (NRVP) – die zentrale Strategie der Bundesregierung mit dem Ziel, den Radverkehr attraktiver und sicherer zu machen. Mit dem NRVP werden Länder und Kommunen beim Ausbau sicherer und moderner Radwege unterstützt. Zusätzlich fließen Fördermittel in Fahrradparkhäuser, Radschnellwege und bessere Verknüpfungen mit Bus und Bahn. Auch der Fußverkehr rückt stärker in den Fokus: Städte und Gemeinden erhalten Unterstützung bei der Verbesserung von Gehwegen, sicheren Schulwegen und barrierefreien öffentlichen Räumen.
Das Bundesumweltministerium fördert und verbessert im Rahmen verschiedener Förderrichtlinien den Radverkehr und die Radverkehrsinfrastruktur in Deutschland und leistet damit einen relevanten Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz im Verkehrssektor und trägt gleichzeitig zur Steigerung der Lebensqualität in Gemeinden und Kommunen bei.
Derzeit gibt es drei Förderrichtlinien, die eine finanzielle Förderung des Radverkehrs ermöglichen.
- Die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) bezuschusst über die Kommunalrichtlinie (KRL) im Rahmen des Förderschwerpunktes "Maßnahmen zur Förderung klimafreundlicher Mobilität" beispielsweise die Errichtung von Mobilitätsstationen oder Fahrradparkhäusern. Über die Bike+Ride-Offensive (ebenfalls im Rahmen der KRL) wird die Errichtung von Radabstellanlagen an Bahnhöfen gefördert. So können Kommunen eine gezielte Verknüpfung des Radverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs unterstützen.
- Eine weitere Richtlinie zur Förderung des Radverkehrs in der NKI ist die E-Lastenfahrradrichtlinie, über die die Anschaffung gewerblich genutzter Räder bezuschusst wird.
- Über den Förderaufruf "Klimaschutz durch Radverkehr" unterstützt das BMUKN modellhafte investive Projekte, die das Radfahren im Alltag, in der Freizeit und für den Liefer- und Transportverkehr attraktiver machen.
Um den Fußverkehr sicherer, komfortabler und attraktiver zu gestalten, hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) eine Nationale Fußverkehrsstrategie entwickelt. Mit der Novellierung des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) und der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) in 2024 wurden Regelungen verabschiedet, mit denen Kommunen mehr Handlungsspielraum für eine sichere und attraktive Gestaltung des Fußverkehrs erhalten. Städte und Gemeinden erhalten zudem über Förderprogramme Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Projekten zur Verbesserung des Fußverkehrs. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des BMV.
Die Entwicklung zeigt, dass noch großes Potenzial im Ausbau des Rad- und Fußverkehrs steckt. Wenn Infrastruktur weiter verbessert und Städte stärker auf Menschen statt auf Autos ausgerichtet werden, profitieren Bürgerinnen und Bürger in vielerlei Hinsicht: durch sauberere Luft, weniger Verkehrslärm, mehr Sicherheit und eine höhere Lebensqualität. Der Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität bietet damit nicht nur Vorteile für das Klima, sondern auch für die Menschen selbst.