Wasser als Schlüsselressource für unsere Zukunft – globale Wasserpolitik gestalten

Wasserquelle vor Alpenberghintergrund

Wasser ist eine zentrale Ressource für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und Biodiversitätserhalt. Es rückt zunehmend in den Fokus internationaler Politik.

Wasser zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche unseres Lebens: Es ist Grundlage für Ernährung, Energie, Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung und intakte Ökosysteme sowie eine zentrale Ressource zur Erreichung unserer globalen Ziele im Klima- und Umweltschutz und der Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen.

Gleichzeitig stehen Wasserressourcen weltweit unter zunehmendem Druck – durch Knappheit, Verschmutzung und Übernutzung. Mehr als 2,2 Milliarden Menschen haben keinen sicheren Zugang zu sauberem Trinkwasser, und bis 2050 könnte rund die Hälfte der Weltbevölkerung unter den Folgen von Wasserstress leiden. Zudem wird der globale Wasserkreislauf durch den Klimawandel massiv beeinflusst. Dadurch nehmen Extremwetterereignisse, wie Dürren und Überflutungen weltweit zu.

Auch in Deutschland spüren wir die Auswirkungen des globalen Wandels – durch trockenere Sommer und schwere Überschwemmungen. Globaler Wasserschutz bedeutet daher vor allem eines: Schutz unserer Gesundheit und Sicherheit für unsere Wirtschaft und unsere Natur und damit den Erhalt unserer Lebensgrundlage – sowohl hier in Deutschland als auch weltweit.

Globale Wasserpolitik – Zusammenarbeit ist entscheidend

Wasser ist nicht nur lebenswichtig, sondern eine zentrale Zukunftsfrage, deren Bewältigung eine engere Zusammenarbeit von Staaten erfordert. Für Wasser gibt es auf globaler Ebene bislang weder ein eigenständiges zwischenstaatliches Gremium noch ein umfassendes internationales Abkommen, wie es etwa im Bereich Klima oder Biodiversität existiert. Stattdessen ist Wasser ein Querschnittsthema, das viele Politikbereiche verbindet – von Umwelt und Klima über Landwirtschaft bis hin zu Gesundheit und Entwicklung.

Diese Vielschichtigkeit bietet Chancen für sektorübergreifende Lösungen, erschwert jedoch zugleich eine klare politische Steuerung und Priorisierung. Auch innerhalb der Vereinten Nationen wird Wasser fragmentiert behandelt und ist auf viele Organisationen verteilt: Mehr als 30 Einrichtungen arbeiten zu dem Thema, werden jedoch durch UN-Water bislang nur begrenzt koordiniert.

Vor diesem Hintergrund rückt die globale Wasserpolitik zunehmend in den Fokus internationaler Zusammenarbeit. Das Bundesumweltministerium setzt sich deshalb für die Stärkung der Mechanismen der globalen Wassergovernance ein. Dazu gehört ein starkes UN-Water als Koordinierungsmechanismus des UN-Systems sowie ein regelmäßiger zwischenstaatlicher Dialog.

Wasserkonferenz 2023: ein Rückblick

Mit der UN-Wasserkonferenz 2023 wurde Wasser erstmals seit 1977 wieder eigenständig auf Ebene der Vereinten Nationen verhandelt. Das Bundesumweltministerium hat sich unter anderem mit fünf freiwilligen Verpflichtungen in die Konferenz eingebracht. Zudem hat es sich tatkräftig für eine verbesserte globale Wassergovernance eingesetzt, einschließlich der an den UN-Generalsekretär herangetragenen Forderung nach der Einsetzung einer oder eines Sonderbeauftragten für Wasser.

Das Bundesumweltministerium hatte sich im Vorfeld bereits in den Vorbereitungsprozess der Wasserkonferenz 2023 eingebracht. Ein wichtiger Beitrag dazu waren die "Bonn Water Dialogues" – ein internationaler Dialogprozess, in dem Deutschland gemeinsam mit Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen sowie Vertreterinnen und Vertretern aus internationalen Organisationen, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft politische Handlungsempfehlungen entwickelt hat. Diese wurden in einer hochrangigen Internationalen Konferenz im Juli 2021 vorgestellt und flossen als Beitrag in die UN-Wasserkonferenz 2023 ein.

UN-Wasserkonferenz 2026: Der globale Wasserprozess nimmt Fahrt auf

Die UN-Wasserkonferenz 2023 hat deutlich gemacht, dass die Staatengemeinschaft von zwischenstaatlichem Dialog profitiert: er schafft ein gemeinsames Verständnis, fördert Partnerschaften und motiviert ergebnisorientierte Initiativen. Die UN-Mitgliedsstaaten haben deshalb im Nachgang der Konferenz per Resolution der Generalversammlung die nächste UN-Wasserkonferenz für das Jahr 2026 festgeschrieben. Diese wird thematisch alle Dimensionen des Nachhaltigen Entwicklungsziels 6 "Wasser- und Sanitärversorgung für alle" behandeln – ein Ziel, bei dem weltweit weiterhin großer Handlungsbedarf besteht.

Die UN-Wasserkonferenz 2026 bringt daher die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen zusammen und bietet die zentrale Gelegenheit, den zwischenstaatlichen Dialog zu stärken und konkrete Fortschritte für eine nachhaltige und gerechte Nutzung von Wasserressourcen zu erreichen.

Deutschland gestaltet diesen Wasserprozess gemeinsam mit Partnern aktiv mit und setzt sich unter anderem dafür ein, die globale Wassergovernance zu stärken und Koordinierungsstrukturen innerhalb der Vereinten Nationen weiter auszubauen. Denn eine nachhaltige Bewirtschaftung von Wasserressourcen trägt zur Stabilität von Regionen, zum Schutz von Lebensgrundlagen und zur Sicherung wirtschaftlicher Entwicklung bei – und ist damit auch für Deutschland von zentralem Interesse. In diesem Kontext wird Deutschland gemeinsam mit Mexiko einem der sechs thematischen Dialoge der UN-Wasserkonferenz 2026 vorsitzen. Dieser sogenannte Interaktive Dialog 5 "Wasser in multilateralen Prozessen" zielt darauf ab, einen zwischenstaatlichen Prozess zu Wasser zu etablieren und Wasser stärker in andere internationale Politikbereiche – etwa Klimaschutz und Naturschutz – zu integrieren.

Wasser- und Sanitärstrategie der Vereinten Nationen

Um der Fragmentierung der Arbeit der Vereinten Nationen zum Thema Wasser entgegenzuwirken, hat sich die Bundesregierung während der UN-Wasserkonferenz 2023 explizit für einen übergreifenden und sogenannten "systemweiten Ansatz" zu Wasser ausgesprochen. Das heißt dass UN-Organisationen ihre Strategien und Aktivitäten stärker aneinander angleichen und Kooperation sowie Synergien fördern sollen, um knappe Ressourcen effizienter einzusetzen und Mitgliedsstaaten besser beim Erreichen des SDG 6 zu unterstützen. Die Erarbeitung einer systemweiten Wasser- und Sanitärstrategie der Vereinten Nationen war eines der Ergebnisse der UN-Wasserkonferenz 2023, die per Resolution der Generalversammlung im Nachgang von den Mitgliedsstaaten gefordert wurde. Die Strategie wurde vom UN-Generalsekretär und mit Unterstützung von UN-Water erarbeitet und im Juli 2024 offiziell vorgestellt. Damit ist ein wichtiger Schritt zur Überwindung der Fragmentierung des UN-Systems beim Thema Wasser und Sanitärversorgung gelungen.

Deutschland stärkt globale Wasserpolitik und internationale Zusammenarbeit

Deutschland unterstützt die im Rahmen der UN-Wasserkonferenz angestoßenen Prozesse durch weitere Initiativen und internationale Zusammenarbeit:

  • Verankerung von Wasser in internationalen Prozessen:
    Deutschland setzt sich in zwischenstaatlichen Verhandlungen – etwa zu Klima, Biodiversität und Wüstenbildung – dafür ein, Wasser als verbindendes Element stärker zu berücksichtigen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Extremereignisse wie Dürren und Überschwemmungen von zentraler Bedeutung.
  • Zusammenarbeit mit internationalen Partnern:
    In Kooperation mit Organisationen wie UN-Water, UNEP und UNESCO werden Mechanismen gestärkt, um Mitgliedstaaten bei der Umsetzung globaler Wasserziele zu unterstützen.
  • Langfristiges multilaterales Engagement:
    Deutschland engagiert sich seit vielen Jahren in internationalen Abkommen wie der Wasserkonvention und deren Protokoll über Wasser und Gesundheit, um grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung zu verbessern.
  • Stärkung globaler Koordination:
    Ergänzend setzt sich Deutschland in multilateralen Foren für mehr Kohärenz in der globalen Wassergovernance ein, unter anderem durch Initiativen wie die G7-Wasserkoalition.
  • Auch Initiativen wie der jährlich von den Vereinten Nationen ausgerufene Weltwassertag am 22. März tragen dazu bei, die globale Aufmerksamkeit für die Bedeutung von Wasser zu stärken. Viele Staaten, darunter auch Deutschland, engagieren sich in diesem Rahmen mit vielfältigen Maßnahmen.

Die kommenden Jahre bieten die Chance, die globale Zusammenarbeit im Wassersektor entscheidend zu stärken und nachhaltige Lösungen für eine gerechte Nutzung von Wasserressourcen voranzubringen. Dieser Prozess lebt vom Engagement vieler Akteure auf internationaler, nationaler und lokaler Ebene.

Kooperationen

Stand: 24.04.2026

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