Klimafarm der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein | 2021 - 2031 | Fördermaßnahmen im ANK | Natürlicher Klimaschutz
Zwei Personen legen Erosionsschutzmatten beim Wacken Open Air aus

Über Jahrhunderte wurden Moore trockengelegt, um sie landwirtschaftlich nutzen zu können. Doch das Prinzip stößt zunehmend an seine Grenzen: Der Torfboden schrumpft und sackt ab, die Entwässerung wird immer aufwendiger und durch die Zersetzung des Torfs entstehen große Mengen CO2.

Genau hier setzt das Projekt Klimafarm der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein an. Im Förderrahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) wird herausgefunden, wie Moore wieder nass werden können, ohne ihre wirtschaftliche Nutzung aufzugeben. Die Idee: Klimaschutz mit der Landwirtschaft verbinden.

Projektdaten

Projektdauer

12/2021 - 11/2031

Förderjahr

2026

Land

Schleswig-Holstein

Fördersumme

20.088.096,60 Euro

Themenbereich

Natürlicher Klimaschutz

Kooperationspartner

Zukunft-Umwelt-Gesellschaft ZUG gGmbH

Kontakt

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein
Eschenbrook 4
24113 Molfsee

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Christian-Albrechts-Platz 4
24118 Kiel

Fördernehmer

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Kurzbeschreibung des Projektes

Über Jahrhunderte wurden Moore trockengelegt, um sie landwirtschaftlich nutzen zu können. Doch das Prinzip stößt zunehmend an seine Grenzen: Der Torfboden schrumpft und sackt ab, die Entwässerung wird immer aufwendiger und durch die Zersetzung des Torfs entstehen große Mengen CO₂.

Genau hier setzt das Projekt Klimafarm der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein an. Im Förderrahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) wird herausgefunden, wie Moore wieder nass werden können, ohne ihre wirtschaftliche Nutzung aufzugeben. Die Idee: Klimaschutz mit der Landwirtschaft verbinden.

Projektziele

Das Projekt Klimafarm erprobt und untersucht die Bewirtschaftung wiedervernässter Moore. Dabei geht es unter anderem um geeignete Erntetechnik, die Einsparung von Treibhausgasen sowie den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt.

Gleichzeitig macht das Projekt die Chancen der nassen Moorbewirtschaftung öffentlich sichtbar. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, Absatzmärkte für die geerntete Moorbiomasse zu erschließen. Gemeinsam mit Unternehmen entstehen regionale Wertschöpfungsketten und neue Möglichkeiten, mit nassen Mooren Geld zu verdienen.

Maßnahmen

Auf den Projektflächen werden bestehende Entwässerungssysteme schrittweise zurückgebaut. Ziel ist ein Wasserstand von durchschnittlich zehn Zentimetern unter der Geländeoberfläche. So bleibt der Torfkörper erhalten und die Freisetzung von Treibhausgasen wird deutlich reduziert.

Parallel testet das Projekt Maschinen und Verfahren für die nasse Bewirtschaftung. Dazu gehören eine umgebaute Ski-Pistenraupe, Stachelwalzenmäher sowie Schlepper mit Zwillingsbereifung. Geerntet wird der natürliche Aufwuchs aus Seggen, Schilf und anderen typischen Moorpflanzen.

Gemeinsam mit Unternehmen werden Verfahren zur Aufbereitung der Biomasse entwickelt. Ziel ist es, die Entwicklung von Produkten aus Moorpflanzen anzustoßen.

Ergebnisse und Highlights

Das Projekt hat bereits eine Reihe von Ergebnissen hervorgebracht. Aus der geernteten Biomasse entstanden unter anderem Erosionsschutzmatten, Dachbegrünungssubstratplatten und biologisch abbaubare Pflanztöpfe.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Erosionsschutzmatte 2025 beim regnerisch-matschigen Heavy Metall Festival in Wacken. Dort wurde sie erfolgreich eingesetzt, um einen vielgenutzten Fußweg zu befestigen. Der Praxistest sorgte für große Aufmerksamkeit und zeigte, welches Potenzial im Rohstoff steckt.

Bei der Bewirtschaftung zeigt sich, dass sich Raupenfahrzeuge hervorragend für den Einsatz eignen, und welches Verbesserungspotenzial noch besteht. In diesem Jahr werden bereits rund 150 Hektar geerntet.

Die Ergebnisse machen deutlich: Nasse Moorbewirtschaftung kann nicht nur das Klima schützen und Moore erhalten. Sie hat auch das Potenzial, neue Einkommensperspektiven für Moorregionen zu schaffen.

Weitere ausgewählte Projektbeispiele

https://www.bundesumweltministerium.de/FP201

Wege zum Dialog

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