Nutzung fluorierter Treibhausgase ist in 2024 leicht zurückgegangen

12.01.2026
Fabrikanlage mit Schornsteinen stößt Rauch aus
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jährlich Zahlen zur Nutzung fluorierter Treibhausgase beim Betrieb von Anlagen, in Produktionsprozessen und Gütern des täglichen Gebrauchs. In 2024 ist die Nutzung weiter um 2,5% gesunken.

Fluorierte Treibhausgase werden in absoluten Mengen zwar nur minimal im Vergleich zu Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt, ihre Klimawirkung ist aber häufig um ein Vielfaches höher. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht daher jährlich Zahlen zur fortbestehenden Nutzung dieser Gase beim Betrieb von Anlagen, in Produktionsprozessen und Gütern des täglichen Gebrauchs.

In 2024 ist ihre Nutzung weiter um 2,5 Prozent zurückgegangen. Da diese zunächst in Anlagen und Produkten gebunden sind, stellen sie noch keine Klimabelastung dar und werden als "potenziell emissionsrelevant" deklariert. Mit der Nutzung der Produkte oder der Außerbetriebnahme von Anlagen in der Zukunft werden sie jedoch freigesetzt und tragen zu Emissionen bei. Um ihren Beitrag im Gesamtmix der Treibhausgase korrekt darzustellen, wird ihr Anteil in sogenannte CO2-Äquivalente umgerechnet und so eine Vergleichbarkeit mit den Kohlendioxidemissionen hergestellt.

Rückgang der Nutzung fluorierter Treibhausgase hält an

Waren es 2023 noch rund 7,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingesetzter fluorierter Treibhausgase, so ist diese Menge – und damit verbunden das künftige Freisetzungspotenzial – 2024 auf rund 7,0 Millionen Tonnen zurückgegangen. Fluorkohlenwasserstoffe (1,4 Millionen Tonnen), teilhalogenisierte Kohlenwasserstoffe (2,2 Millionen Tonnen) und Mischungen (3,4 Millionen Tonnen) trugen dazu bei.

Spraydosen, Kühlschränke, Airbags – ganz ohne geht es nicht

Verwendet werden die Gase im Wesentlichen als Kälte- (4,2 Millionen Tonnen) und Treibmittel (1,3 Millionen Tonnen). Das heißt sie finden sich in Spraydosen jeglicher Art oder Kühlschränken und -truhen des privaten Hausgebrauchs ebenso wie im industriellen Bereich. Als sonstiges Mittel finden sie in signifikantem Umfang Eingang aber auch in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen (1,4 Millionen Tonnen). Die Wirtschaftsbereiche "Maschinenbau" (1,2 Millionen Tonnen), die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (1,2 Millionen Tonnen) – Stichwort "Airbags" – sowie der Bausektor (1,1 Millionen Tonnen) sind in besonderem Maße auf den Einsatz dieser Gase angewiesen. In der chemischen Industrie und im Großhandel (ohne Kraftfahrzeuge) konnte der Einsatz dieser Gase um rund 53 Prozent beziehungsweise rund 46 Prozent heruntergefahren werden.

Anteil am Treibhauseffekt insgesamt überschaubar

Der Anteil der fluorierten Treibhausgase, denen die aus früheren Verwendungen in 2024 freigesetzt wurde, war mit rund 1,4 Prozent gewohnt gering. Das Umweltbundesamt hatte insgesamt 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente für das Berichtsjahr genannt. Das entsprach einem Rückgang von 3,4 Prozent zum Vorjahr.

Die Erhebung und Veröffentlichung der Daten des Statistischen Bundesamtes folgt dessen gesetzlichem Auftrag aus Paragraf 10 des Umweltstatistikgesetzes und stellt eine Frühwarnfunktion dar. Es erzeugt damit Transparenz in Bezug auf den potenziellen, künftigen Beitrag einer kleinen Gruppe der Treibhausgase an den deutschen Gesamtemissionen sowie ihrem Beitrag zur Erderwärmung und schafft so die Möglichkeit einer frühzeitigen Reaktion hierauf eröffnet.

12.01.2026 | Meldung Umweltinformation

Meldungen zum Thema

https://www.bundesumweltministerium.de/ME11605

Wege zum Dialog

Gute Politik für Umweltschutz gelingt, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Schreiben Sie uns oder beteiligen Sie sich an unseren Dialogangeboten.