Mehr Raum für Flüsse und Auen: Neues Förderprogramm stärkt natürlichen Hochwasser- und Klimaschutz

29.04.2026
Fluss und Ufer mit vereinzelten Bäumen
Mit dem neuen Förderprogramm zur Renaturierung von Auen an kleineren Flüssen soll wieder mehr Leben in Auenlandschaften zurückkehren. Die Maßnahmen haben einen vielfachen Nutzen für Mensch und Natur.

Bundesumweltministerium startet Förderprogramm zur Renaturierung von Auen an kleinen Flüssen

Das Bundesumweltministerium (BMUKN) startet ein neues Förderprogramm zur Renaturierung von Auen an kleineren Flüssen. Damit soll wieder mehr Leben in Auenlandschaften zurückkehren. Die Maßnahmen haben einen vielfachen Nutzen für Mensch und Natur: Intakte Auenlandschaften sind Erholungsorte für Menschen, Wanderwege für Tierarten, sie sind wichtig für die Bildung von Grundwasser, schützen vor Hochwasser und binden Kohlenstoff, was zum Klimaschutz beiträgt. Die neue Förderrichtlinie ist daher Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK). Insgesamt stehen zunächst 59 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Projektskizzen können ab dem 1. Mai bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH eingereicht werden, die das Förderprogramm als Projektträgerin im Auftrag des Bundesumweltministeriums betreut.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Naturnahe Auen an lebendigen Flüssen sind echte Alleskönner. Sie sorgen wie ein Schwamm dafür, dass Hochwasser abgepuffert und Wasser in Dürrezeiten gespeichert wird. Feuchte Böden und Auwälder können außerdem große Mengen Kohlenstoff aus der Luft aufnehmen und langfristig im Boden speichern, anstatt ihn auszudünsten. Das können sie aber nur, wenn wir Auen und Flüssen wieder Raum zurückgeben, den sie durch Begradigungen, Kanalisierung oder Entwässerung verloren haben. Wenn wir Ufer abflachen, Auen wieder an Flüsse anbinden und Auenwälder wiederherstellen, kehren Insekten, Molche und Jungfische zurück."

Mit der Förderung über die neue Förderrichtlinie "Auenrenaturierung an Fließgewässern" lassen sich zum Beispiel wichtige Flächen ankaufen, bisher abgeschnittene Gewässerarme (Altarme) wieder aufbaggern, oder Drainagen und Deiche, welche die Landschaft künstlich austrocknen, um- oder zurückbauen. Damit soll auf natürliche Weise Kohlenstoff in der Landschaft gebunden, die Nitratbelastung gesenkt und so der Treibhausgasausstoß verringert werden.

Intakte Flusslandschaften und Auen sind wirksamer und nachhaltiger Hochwasserschutz. Außerdem filtern und reinigen sie das Wasser und helfen als Wasserspeicher dabei, die Folgen des Klimawandels zu mindern. Gleichzeitig wird die Widerstandsfähigkeit dieser bedeutsamen natürlichen Lebensräume gestärkt. Auen sind wichtige Lebensräume für eine Vielzahl seltener Arten. Neben dem Nutzen für den Klima- und Naturschutz sollen die geförderten Maßnahmen auch den Menschen zugutekommen. Daher sollen Auen auch so entwickelt werden, dass sie für Menschen besser zugänglich sind und eine echte Aufenthaltsqualität bieten. So kann das Bewusstsein für die Bedeutung naturnaher Flusslandschaften gestärkt werden.

Schneider: "Intakte Flussauen sind die artenreichsten Ökosysteme Europas. Wasserläufe sind die Hauptschlagadern für das große Netz der natürlichen Infrastruktur, das wir erhalten und für den Klimawandel fit machen wollen. Das ist eine echte Win-Win-Situation für Mensch und Natur, denn lebendige Auen sind gleichzeitig wertvolle Erholungsräume, in denen wir uns gerne aufhalten und Natur ganz direkt erleben können."

Förderfähig sind Vorhaben auf Auenflächen von Fließgewässern, die nicht zu den Bundeswasserstraßen zählen. Damit werden gezielt Maßnahmen an kleineren Flüssen gefördert, um auch den Zustand von Nebengewässern zu verbessern und Landschaften insgesamt lebendig zu halten. Wenn Gewässer bis in die Quellbereiche durchgängig und intakt sind, profitieren davon wandernde Fischarten wie zum Beispiel die Forelle. Die Förderung ergänzt damit das "Förderprogramm Auen" im Bundesprogramm "Blaues Band Deutschland", über das seit 2019 Auen bereits an zehn größeren Flüssen renaturiert werden konnten, von der Aller bis zur Wümme. Für das neue Förderprogramm sind unter anderem Stiftungen und Vereine, Wasser- und Bodenverbände, Kommunen und Landesbehörden antragsberechtigt.

Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK)

Das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung enthält Maßnahmen, um die Klimaschutzfunktion vielfältiger Ökosysteme zu schützen, wiederherzustellen und zu stärken. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer wie auch naturnahe Grünflächen in besiedelten Gebieten binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern es langfristig. Sie wirken zudem als Puffer gegen Folgen der Klimakrise, indem sie Starkregen und Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen. Zugleich erhalten sie unsere Lebensgrundlagen, bieten wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen, speichern Wasser und sind Rückzugsorte für Menschen. Bundesumweltminister Carsten Schneider hat am 29. September 2025 einen Vorschlag des BMUKN für die Weiterentwicklung des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz vorgelegt. Das Paket enthält 41 Maßnahmen, mit denen das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz in die zweite Phase der Umsetzung gehen soll. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Wäldern, Mooren und Böden.

Informationen

Natürlicher Klimaschutz

Natur stärken – Klima schützen

29.04.2026 | Pressemitteilung Nr. 050/26 | Natürlicher Klimaschutz

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