Globale Energiewendepolitik
Die Klimakrise als globale Herausforderung ist zunehmend eng verbunden mit geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und der gefährlichen Abhängigkeit von fossilen Energiemärkten. Die jüngsten Energiekrisen haben gezeigt, dass fossile Energieträger erhebliche wirtschaftliche und sicherheitspolitische Risiken bergen und Abhängigkeiten verstärken.
Ein Schwerpunkt des Bundesumweltministeriums liegt deshalb auf der Beschleunigung der globalen Energiewende. Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien, die Abkehr von fossilen Energieträgern, die Elektrifizierung zentraler Wirtschaftsbereiche und die Steigerung der Energieeffizienz tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern stärken Energieunabhängigkeit und damit Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Stabilität, technologische Wettbewerbsfähigkeit sowie nationale Sicherheit. Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien: Sie reduzieren strukturell die Abhängigkeit von fossilen Importen, erhöhen die Resilienz gegenüber internationalen Preis- und Versorgungskrisen und schaffen die Grundlage für eine dauerhaft sichere, bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung.
Ein wichtiger Baustein der globalen Energiewende ist der schnelle Ausstieg aus der Kohleverstromung. Die Kohleverstromung ist weltweit die größte Einzelquelle von CO2-Emissionen und damit ein wesentlicher Treiber des Klimawandels. Das Bundesumweltministerium setzt sich gemeinsam mit internationalen Partnern unter anderem im Rahmen der Powering Past Coal Alliance (PPCA), dafür ein, den Übergang weg von fossilen Energien sozial gerecht, geordnet und wirtschaftlich tragfähig zu gestalten. Dazu gehört insbesondere die Unterstützung von Partnerländern beim Kohleausstieg und beim Aufbau klimafreundlicher Energiesysteme. Ziel ist es, neue wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen, Energiesicherheit zu stärken und Investitionen in erneuerbare Energien, Netze, Speicher und Elektrifizierung zu mobilisieren.
Darüber hinaus engagiert sich das Bundesumweltministerium für internationale Kooperationen zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien, für den Aufbau einer klimafreundlichen Wasserstoffwirtschaft sowie für die gezielte Reduktion von Emissionen besonders klimaschädlicher Treibhausgase wie Methan, Lachgas und F-Gase wie Schwefelhexafluorid (SF6). Ein wichtiger Schwerpunkt ist dabei die internationale Minderung von Methanemissionen, insbesondere im Öl- und Gassektor. Methan zählt zu den wirkungsstärksten Treibhausgasen und erfordert daher schnell wirksame Minderungsmaßnahmen, bessere Transparenz und internationale Standards. Das Bundesumweltministerium unterstützt entsprechende globale Initiativen wie den Global Methane Pledge und Initiativen zur Reduktion von Methanemissionen entlang fossiler Lieferketten.
Die Bundesregierung unterstützt internationale Vereinbarungen und Initiativen, die den weltweiten Übergang zu einer nachhaltigen, auf erneuerbaren Energien basierenden Energieversorgung beschleunigen. Dazu gehört auch das Ziel, sich schrittweise von fossilen Energien abzukehren und globale Finanzströme an den Zielen des Pariser Abkommens auszurichten. Damit trägt die internationale Energiewendepolitik dazu bei, Klimaschutz mit wirtschaftlicher Resilienz, Versorgungssicherheit und nachhaltigem Wachstum zu verbinden.