Der türkische und der australische Umweltminister haben zu Beginn der UN-Zwischenverhandlungen ihre Action Agenda für die diesjährige Weltklimakonferenz COP31 vorgestellt. Dazu äußert sich Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth wie folgt:
"Die künftige COP31-Präsidentschaft zeigt, dass sie die Umsetzung des Pariser Abkommens mit Nachdruck voranbringen will. Es ist ein wichtiges Signal, dass die Türkei und Australien den Fokus frühzeitig auf konkrete Lösungen legen. Dieser starke Fokus ist bei Zwischenverhandlungen neu und zeigt, dass wir es weltweit nach wie vor mit einer großen Entschlossenheit zu tun haben, die Erderwärmung wirklich einzudämmen. Die Transformation der weltweiten Energieversorgung, die Elektrifizierung von Verkehr und Industrie sowie der Ausbau klimafreundlicher Infrastruktur sind entscheidend, um die globalen Klimaziele zu erreichen. Genau darin liegt der Kernauftrag der Weltklimakonferenzen: nicht nur über Ziele zu verhandeln, sondern die Umsetzung klimaverträglicher Lösungen weltweit zu beschleunigen. Die von der Türkei vorgestellte Action Agenda setzt dafür wichtige Impulse und hilft, Staaten, Unternehmen und Investoren hinter gemeinsamen Transformationszielen zu versammeln."
Der Vorschlag des türkischen Umweltminister Murat Kurum, den globalen Anteil von Strom am Endenergieverbrauch bis 2035 von rund 20 auf 35 Prozent zu steigern, hat die erste Woche der Zwischenverhandlungen bestimmt. Er setzt ein wichtiges Signal für die internationale Energiewende. Diese Ankündigung ist Teil der COP31 Action Agenda, die von der Türkei in Bonn vorgestellt wurde und insgesamt zehn Prioritäten umfasst. Bis zur diesjährigen Weltklimakonferenz im November soll nun eine Koalition aus Staaten, Unternehmen und weiteren Akteuren gebildet werden, um die Umsetzung dieses Elektrifizierungsziels voranzutreiben. Auch Australien, das die COP31-Verhandlungspräsidentschaft innehat, unterstützt das Ziel ausdrücklich.
Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth zum Vorschlag eines globalen Elektrifizierungsziels:
"Die Elektrifizierung von Verkehr, Gebäuden und Industrie ist das Rückgrat einer erfolgreichen globalen Energiewende. Deshalb begrüße ich, dass die Türkei dieses Thema zu einer Priorität der COP31 macht. Das vorgeschlagene Ziel, den weltweiten Stromanteil am Endenergieverbrauch bis 2035 deutlich zu erhöhen, setzt ein starkes Signal: für Investitionen in Netze, erneuerbare Energien und moderne Infrastruktur. Es schafft weltweit Orientierung und damit Planbarkeit für Unternehmen, Investoren und Staaten und kann die Energiewende weiter beschleunigen. Mehr erneuerbarer Strom bedeutet zugleich mehr Klimaschutz, mehr Versorgungssicherheit und mehr wirtschaftliche Stärke. Deutschland wird diesen Weg auch international weiter unterstützen und sich dafür einsetzen, dass die internationale Staatengemeinschaft erneuerbare Energien konsequent ausbaut."
Die brasilianische COP30-Präsidentschaft hat in der ersten Woche der UN-Zwischenverhandlungen ihre Roadmap zum weltweiten Entwaldungsstopp auf internationaler Ebene weiter diskutiert.
Dazu Jochen Flasbarth:
"Gesunde Wälder stehen nicht nur für Biodiversität; sie sind auch unverzichtbar für das Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens. Ohne widerstandsfähige und gesunde Ökosysteme wird es nicht gelingen, die globale Erwärmung zu begrenzen und gleichzeitig die Folgen des Klimawandels zu bewältigen. Gleichzeitig stehen Wälder weltweit unter erheblichem Druck – durch Entwaldung, zu intensive Landnutzung und zunehmend auch durch die Auswirkungen des Klimawandels selbst.
Deshalb begrüßen wir es sehr, dass die brasilianische COP30-Präsidentschaft mit ihrer Roadmap zum Entwaldungsstopp eine wichtige Führungsrolle übernommen hat. Die Initiative setzt ein klares Signal, dass Wälder als wirksame Klimaschützer, als wichtiger Lebensraum und als Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung stärker in den Mittelpunkt der internationalen Klimapolitik rücken müssen. Sie sollte auch die Grundlage für einen wirksamen und nachhaltigen Waldschutz über das Jahr 2030 hinaus schaffen.
Deutschland unterstützt das Ziel, Entwaldung und Waldschädigung bis 2030 zu stoppen und umzukehren. International engagieren wir uns seit vielen Jahren für Waldschutz, nachhaltige Waldbewirtschaftung und die Wiederherstellung von Ökosystemen – unter anderem über die Internationale Klimaschutzinitiative, die Unterstützung von REDD+ und der Bonn Challenge sowie zuletzt durch die Zusage von einer Milliarde Euro für den Tropical Forest Forever Facility Fund. Auch in Deutschland arbeiten wir daran, unsere Wälder widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, wie dringend Investitionen in Klimaresilienz und eine klimaangepasste Waldbewirtschaftung geworden sind."