Seit dem 31. Juli 2026 gilt in der EU das verbindliche Recht auf Reparatur. Es markiert einen zentralen Hebel gegen die rund zehn Millionen Tonnen Elektroschrott, die jährlich in der EU anfallen, und für den Erhalt wertvoller Rohstoffe im Wirtschaftskreislauf. Damit zahlt das Recht auf Reparatur direkt auf die Ziele der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) ein, Primärrohstoffverbräuche deutlich zu senken, den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu erhöhen und Produkte insgesamt langlebiger, reparierbarer und besser verwertbar zu machen.
Wie das Recht auf Reparatur unter Einbezug von automatisierter Fehlererkennung, Reparaturrobotern und Erfahrungswissen die Kreislaufwirtschaft maßgeblich vorantreiben kann, zeigt das VDI ZRE in seinem neuen Technologiefilm "Zu wertvoll für den Schrott: Industrielle Reparatur stärkt die Kreislaufwirtschaft". Der im Auftrag des BMUKN produzierte Film veranschaulicht, wie industrielle Reparatur in der Praxis funktioniert.
Das Beispiel des ostwestfälischen Unternehmens Repartly GmbH zeigt, wie sich digitale Tools und manuelle Reparatur zu einem skalierbaren System verbinden lassen: Das Erfahrungswissen qualifizierter Mitarbeitender wird auf Reparaturroboter übertragen und industriell nutzbar gemacht. Die Kostenstruktur macht das Geschäftsmodell sowohl für Endkundschaft als auch für Reparaturbetriebe attraktiv. Die generalüberholten Ersatzteile sind zwischen 50 und 75 Prozent günstiger als neue Austauschkomponenten. Wird die Reparierbarkeit der Komponenten bereits von Beginn an mitgedacht, bietet das auch eine Chance für Gerätehersteller: Statt Ersatzteile über viele Jahre selbst vorzuhalten oder nachzufertigen, können sie auf aufbereitete Komponenten zurückgreifen.