200 Millionen Euro für den klimaangepassten Waldumbau

17.09.2026
Berge mit Wald bedeckt. Laub- und Nadelbäume werden vom Sonnenlicht beschienen
Die Fördermittel für das Förderprogramm "Klimaangepasstes Waldmanagement" werden ab Januar 2027 auf 200 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Waldbesitzende können ab dem 1. Oktober 2026 wieder Erstanträge stellen.

Förderprogramm "Klimaangepasstes Waldmanagement" ab Oktober wieder für Erstanträge geöffnet

Die Fördermittel für das Förderprogramm "Klimaangepasstes Waldmanagement" (KWM) werden ab Januar 2027 um mehr als 50 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Ziel des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) sowie des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ist es, die Förderung der klimaresilienten Waldbewirtschaftung mit Hilfe des Programms auf mindestens zwei Millionen Hektar auszuweiten. Private und kommunale Waldbesitzende können ab dem 1. Oktober 2026 wieder Erstanträge für eine Förderung ab dem 1. Januar 2027 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) stellen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Klimastabile Wälder helfen als natürliche Wasser- und Kohlenstoffspeicher. In heißen Sommern, wie wir sie immer häufiger erleben, sind sie eine natürliche Klimaanlage und kühlen die Umgebung. Damit das so bleibt, müssen wir in den Waldumbau investieren, das ist eine Generationenaufgabe. Viele Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer wollen ihre Wälder aktiv an den Klimawandel anpassen und begreifen die Natur als ihre Verbündete. Mit der Aufstockung des Programms ermöglichen wir deshalb neue Anträge und geben Wald- und Forstbetrieben die Unterstützung, die sie brauchen. Jeder Hektar, der nach den Kriterien des Klimaangepassten Waldmanagements bewirtschaftet wird, stärkt die natürlichen Funktionen der Wälder, mit denen sie für ein gesundes Klima sorgen. So sichern wir Wälder als wertvolle natürliche Lebensräume für die Zukunft."

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer: "Unser Wald ist ein Stück Heimat. Ihn für morgen zu schützen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle verbindet. Um leistungsstarke und klimaresiliente Wälder zu erhalten, braucht es eine stabile und verlässliche Förderung für die vielen privaten und kommunalen Waldbesitzer. Mit ihrem Engagement und ihrem großen Interesse am Förderprogramm zeigen sie, dass sie Verantwortung für die Zukunft unserer Wälder übernehmen und sie fit für den Klimawandel machen – und zwar über Jahrzehnte hinweg, als Generationenprojekt. Wir stocken die Mittel für das Programm auf – das ist eine große Chance für den aktiven Waldumbau hin zu klimaresilienten, produktiven und artenreichen Mischwäldern. Das Förderprogramm schafft zusammen mit den GAK-Waldfördermaßnahmen die Voraussetzung dafür, dass unsere Wälder als wichtige Kohlenstoffspeicher erhalten bleiben, wichtige Ökosystemleistungen erbringen und den nachwachsenden Rohstoff Holz auch kommenden Generationen zur Verfügung stellen können."

Der Klimawandel stellt Waldbesitzende vor immer größer werdende Herausforderungen. Immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse wie Dürre und Starkregen sowie Insektenkalamitäten und Waldbrände führen zu einem immensen Handlungsbedarf bei der Klimaanpassung unserer Wälder.

Mit dem im Jahr 2022 gestarteten Förderprogramm KWM hat das BMLEH erstmals eine langfristige Förderung geschaffen, die zusätzliche Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen im Wald finanziert und honoriert. Seit dem Jahr 2024 wird das Programm aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) durch das BMUKN finanziert. Beide Bundesministerien unterstützen seither gemeinsam Waldbesitzende bei der Anpassung ihrer Wälder an den Klimawandel. Das Programm richtet sich sowohl an Kommunen wie auch an private Waldbesitzende.

Das Programm wird von Waldbesitzenden stark nachgefragt und in der Fläche sehr gut angenommen. Deshalb werden über das ANK jetzt weitere Mittel zur Verfügung gestellt. Insgesamt konnte bisher über ein Fünftel des Privat- und Kommunalwaldes in Deutschland erreicht werden. Dies entspricht einer förderfähigen Waldfläche von knapp 1,7 Millionen Hektar. Davon liegen circa 60 Prozent im Körperschaftswald und 40 Prozent im Privatwald. Mit der Aufstockung der Mittel sollen künftig mindestens zwei Millionen Hektar Wald in Deutschland durch die KWM-Förderung klimaresilient bewirtschaftet werden.

Erstanträge für eine Förderung können ab dem 1. Oktober 2026 wie bisher über den Online-Antrag auf der Webseite des Förderprogramms (siehe "Weitere Informationen") an die FNR gerichtet werden. Die Förderung von Erstanträgen erfolgt ab dem 1. Januar 2027. Alle weiteren Informationen zum Start und zum Ablauf des Antragsverfahrens sind ebenfalls auf der Webseite des Programms zu finden.

Hintergrund

Ziel des Förderprogramms "Klimaangepasstes Waldmanagement" (KWM) ist der Erhalt, die Entwicklung und die Bewirtschaftung von klimaresilienten Wäldern, die dauerhaft vielfältige Ökosystemleistungen wie die Kohlenstoffspeicherung erbringen. Private und kommunale Waldbesitzende, die eine Förderung erhalten, verpflichten sich für zehn beziehungsweise 20 Jahre, bestimmte Bewirtschaftungskriterien einzuhalten, die die Verjüngung und Durchmischung der Wälder, vor allem mit standortheimischen Baumarten, das Belassen von Habitatbäumen und Totholz, den Bodenschutz oder einen verbesserten Wasserrückhalt im Wald adressieren.

17.09.2026 | Pressemitteilung Nr. 117/26 | Klimaanpassung
Gemeinsame Pressemitteilung des BMUKN und BMLEH
https://www.bundesumweltministerium.de/PM11914
  • Fotogalerie Videogalerie

    Mediathek

    Das Ministerium in Bildern

  • Fotogalerie Videogalerie Interviews

    Online-Tagebuch

    Aus der täglichen Arbeit des Ministeriums

  • Newsletter

    Newsletter

    Meldungen per E-Mail empfangen

Wege zum Dialog

Gute Politik für Umweltschutz gelingt, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Schreiben Sie uns oder beteiligen Sie sich an unseren Dialogangeboten oder folgen Sie uns in den Sozialen Medien.