Bundesumweltministerium fördert interdisziplinäre Forschung zur Konflikterkennung bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle

04.02.2026
Rückbau - AKW - Greifswald
Das Projekt untersucht soziale, rechtliche, technische und planerische Herausforderungen der Endlagerung, um potenzielle Konflikte frühzeitig zu erkennen und Lösungsansätze zu entwickeln.

Rita Schwarzelühr-Sutter übergibt in Karlsruhe Förderbescheid über rund 680.000 Euro

Wie lassen sich mögliche Konflikte bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle frühzeitig erkennen und vermeiden oder konstruktiv lösen? Welche Wechselwirkungen zwischen rechtlichen, sozialen, technischen und planerischen Faktoren zeichnen sich dabei ab und welche Ungewissheiten bestehen heute noch? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich ein gemeinsames Forschungsprojekt des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) beim KIT – Karlsruher Institut für Technologie, des Öko-Instituts und von risicare in den kommenden zwei Jahren. Akteurinnen und Akteure aus der Praxis werden aktiv in das Projekt eingebunden sein. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium, hat dafür heute in Karlsruhe dem KIT-ITAS einen Förderbescheid über rund 680.000 Euro übergeben. Das Projekt dient auch der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung.

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium: "Bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle braucht es neben der Sicherheit als oberstem Ziel vor allem die Akzeptanz der Bevölkerung. Damit Menschen Vertrauen in ein Endlagerprojekt fassen können, ist es nötig, konsequent auf Wissenschaftlichkeit, Sicherheit und Transparenz zu setzen. Darüber hinaus müssen die Verantwortlichen aber auch die Bedürfnisse der Menschen frühzeitig erkennen und möglichen Konflikten bereits im Vorfeld begegnen, bevor diese sich verhärten. Forschungsprojekte wie dieses sind für uns eine wichtige Grundlage, um das Konfliktbewusstsein der staatlichen Akteure zu verbessern und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze zu entwickeln. Umsichtiges und vorausschauendes Handeln trägt dazu bei, das Vertrauen in der Bevölkerung zu stärken und langfristig aufrechtzuhalten. Die Endlagerung von radioaktiven Abfällen ist eine der großen gesellschaftlichen Aufgaben – sie lebt am Ende von der Akzeptanz der Menschen."

In den nächsten zwei Jahren ermitteln die Forschenden in ihrem Projekt Herausforderungen und Ungewissheiten aus naturwissenschaftlich-technischer und rechtswissenschaftlich-ethischer Perspektive. In vorausschauender Weise untersuchen die Forscherinnen und Forscher in dem Projekt Wechselwirkungen und potenzielle Konflikte, die sich bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle im tiefen Untergrund ergeben können. Darauf aufbauend möchten Sie frühzeitig mögliche Planungsbedarfe analysieren und Ansätze einer Long-term Governance für den tiefen Untergrund konkretisieren. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Praxis identifizieren sie neue Forschungsthemen, die zukünftig genauer in den Blick genommen werden sollten. Im Rahmen des explorativen Pilotprojekts wollen die Beteiligten das Forschungsthema möglichst breit analysieren, Handlungsbedarfe konkretisieren, erste Lösungsansätze umreißen und verbleibende Forschungslücken benennen.

Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt "Herausforderungen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle durch die Nutzung des tiefen Untergrunds. Sozio-technische, rechtliche und planungswissenschaftliche Perspektiven" (HErAN) im Rahmen der Forschungsförderung zur nuklearen Sicherheit.

04.02.2026 | Pressemitteilung Nr. 009/26 | Nukleare Sicherheit
https://www.bundesumweltministerium.de/PM11632
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