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Fortsetzung Gespräch zur Chemieagenda: Schritte auf dem Weg zu einer starken und wettbewerbsfähigen Chemieindustrie in Deutschland und Europa

01.06.2026
Wissenschaftler im Labor
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, hat zu einem Follow-up-Gespräch zu der am 26. März 2026 veröffentlichten Chemieagenda eingeladen. Am Prozess zur Chemieagenda war auch das BMUKN beteiligt.

Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, hat heute Vertreterinnen und Vertreter der Chemieindustrie, mehrerer Bundesländer, der Gewerkschaften sowie des Verbands der Chemischen Industrie zu einem Follow-up-Gespräch zu der am 26. März 2026 veröffentlichten Chemieagenda eingeladen.

Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Carsten Schneider: "Die Chemie-Industrie hat als Innovationsmotor die volle politische Aufmerksamkeit verdient. Es gilt, sie in einer schwierigen Lage zu stärken und gleichzeitig weiterhin einen hohen Schutz für Mensch und Umwelt sicherzustellen. Wirksame Umweltstandards sind ein wesentlicher Standortfaktor für eine erfolgreiche Chemieproduktion. Die europäische Chemikalienregulierung hat sich bewährt. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass die EU-Kommission unseren Empfehlungen gefolgt ist und an der europäischen Chemikalienverordnung REACH in der jetzigen Form nichts ändern will. So schaffen wir einen verlässlichen Rahmen für die Industrie und erhalten bewährte Schutzmechanismen. Das gilt auch für den Emissionshandel. Wir haben uns hier erfolgreich für gezielte Entlastungen eingesetzt, ohne den langfristigen Weg zur klimaneutralen Industrie in Frage zu stellen. Die Kommission hat diese Initiative aufgegriffen, was der Industrie zusätzlichen Spielraum gibt, in den Industriestandort Deutschland und in moderne, klimaverträgliche Anlagen zu investieren. Aber klar ist auch, weiteres industriepolitisches Engagement bleibt notwendig."

Bundesministerin Katherina Reiche: "Die Maßnahmen der Chemieagenda werden derzeit umgesetzt. In einer Phase verschärften globalen Wettbewerbs entscheidet sich jetzt, wie industrielle Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze in Deutschland langfristig gesichert werden können. Die Chemieagenda war dabei ein wichtiger Schritt, der zentrale Meilensteine zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche aufzeigt. Auf europäischer wie nationaler Ebene konnten bereits zahlreiche Fortschritte erzielt werden, von denen die chemische Industrie profitiert. Dazu zählen insbesondere das Gesetzespaket für bezahlbare Energie sowie die abgestimmte gemeinsame Position zur Revision der europäischen Chemikalienverordnung REACH. Vor dem Hintergrund der angespannten Lage der Chemieindustrie in Deutschland ist eine konsequente Fortsetzung dieser Arbeiten dringend notwendig."

Der Präsident des Verbands der Chemischen Industrie, Dr Markus Steilemann: "Die Chemie hält Deutschland am Laufen – steht selbst aber massiv unter Druck. Auch 2026 droht ein weiteres schwieriges Jahr. Die Zeit der Analysen ist vorbei: Die Chemieagenda muss jetzt im Schulterschluss zwischen Politik und Industrie die Weichen für einen wettbewerbsfähigen Standort stellen – mit niedrigeren Strompreisen, einem praxistauglichen Emissionshandel, weniger Bürokratie und besseren Innovationsbedingungen. Entscheidend ist, was tatsächlich an den Werkstoren ankommt. Klar ist auch: Weitere Belastungen sind ein No-Go für unsere Industrie."

Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie, Herr Michael Vassiliadis: "Die Konsolidierung der deutschen Chemiestandorte ist im vollen Gang und muss auf die Wertschöpfungsketten ausgerichtet erfolgen, um nicht unnötig viel Wertschöpfung und die Zukunft ganzer Chemiecluster zu riskieren. Ich werbe daher für eine koordinierte und strukturpolitisch aktiv begleitete Konsolidierung. So könnten die Überkapazitäten auch volkswirtschaftlich am sinnvollsten angepasst werden."

Die heutige Veranstaltung dient dem Austausch aller an der Chemieagenda Beteiligten zum Stand der Umsetzung der Maßnahmen sowie der Diskussion zur weiteren schnellen und effektiven Verbesserung der Rahmenbedingungen. Im Fokus stehen hierbei unter anderem die Themenkomplexe wettbewerbsfähige Energieversorgung, die anstehende Reform des Emissionshandels auf EU-Ebene, EU-Regulatorik, sowie Wasserstoffhochlauf. Der Prozess der Chemieagenda wird nun fortgeführt durch einen von Herrn Staatssekretär Frank Wetzel geleiteten halbjährlich tagenden Steuerungskreis, dem Bundesressorts, die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und Bundesländer auf St-Ebene der Wirtschaftsministerien angehören.

01.06.2026 | Pressemitteilung Nr. 063/26 | Wirtschaft
Gemeinsame Pressemitteilung des BMUKN und dem BMWE
https://www.bundesumweltministerium.de/PM11777
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