Flasbarth: Inselstaaten spielen tragende Rolle für erfolgreiche internationale Klimapolitik
Vom 5. bis 8. Oktober 2026 kommen in Fidschi und Tuvalu Ministerinnen und Minister sowie hochrangige Regierungsvertreterinnen und -vertreter zusammen. Das Treffen dient der politischen Vorbereitung der Weltklimakonferenz COP31 im November in Antalya. Für Deutschland nimmt Staatssekretär Jochen Flasbarth an der Konferenz teil. Die Pre-COP findet unter Leitung der australischen COP31-Verhandlungspräsidentschaft und mit starker pazifischer Führung statt. Gastgeber sind Fidschi und Tuvalu. Kleine Inselstaaten sind besonders stark von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen und seit langem Antreiber einer engagierten internationalen Klimapolitik. Die diesjährige Pre-COP rückt daher auch die klimapolitischen Perspektiven und Lösungsansätze der pazifischen Inselstaaten in den Mittelpunkt.
Staatssekretär Jochen Flasbarth: "Die Pre-COP ist ein wichtiger Moment, um vor der Weltklimakonferenz in Antalya politische Einigungsmöglichkeiten zu erkunden. Dass wir darüber im Pazifik beraten, ist von besonderer symbolischer Bedeutung. Die pazifischen Inselstaaten gehören seit Jahren zu den Wortführern einer engagierten Klimapolitik. Ohne das enge Bündnis zwischen Europa und den Inselstaaten hätte es 2015 in Paris das 1,5 Grad-Ziel nicht gegeben. Wenn Europa, die Inselstaaten und die besonders verwundbaren Entwicklungsländer bei Weltklimakonferenzen zusammenstehen, gelingen oft große Fortschritte. Darum ist uns diese Verbindung wichtig und darum pflege ich sie auch bei dieser Konferenz."
Thematisch soll die Konferenz politische Lösungsräume für die Beschleunigung des globalen Klimaschutzes, einen verbesserten Zugang zu Klimafinanzierung, eine gerechte Energiewende und die Stärkung der Rolle des Ozeans zur Erreichung der Klimaziele öffnen.
Deutschland arbeitet seit vielen Jahren eng mit den pazifischen Inselstaaten in der internationalen Klima- und Meerespolitik zusammen. Gemeinsam mit der EU setzt sich Deutschland für konkrete Ergebnisse der COP31 und eine beschleunigte Umsetzung des Pariser Klimaabkommens ein. Dazu gehört auch die weltweit beschleunigte Elektrifizierung, eine Priorität der türkischen COP31-Präsidentschaft, sowie die schrittweise Abkehr von fossilen Energien. Der Ko-Gastgeber der Pre-COP Tuvalu wird im Juli 2027 gemeinsam mit Irland auch die zweite internationale Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien veranstalten.
Viele pazifische Inselstaaten sind stark von importierten fossilen Energieträgern abhängig und damit hohen und volatilen Energiepreisen ausgesetzt. Die aktuelle Krise rund um die Straße von Hormus und ihre massiven Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte führen die Verwundbarkeit fossilimportabhängiger Inselstaaten besonders deutlich vor Augen. Dort steigen nicht nur die Energiekosten stark, sondern die Preise aller Importe und die Verschuldung der Länder nimmt zu.
Staatssekretär Jochen Flasbarth: "Die konsequente Abkehr von fossilen Brennstoffen und hin zu erneuerbaren Energien und Elektrifizierung ist nicht nur eine Investition in den Klimaschutz, sondern auch in unsere wirtschaftliche Stärke, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Je schneller das gelingt, desto besser für Klima, Unabhängigkeit und eine gute wirtschaftliche Entwicklung."
Hintergrund
Die Pre-COP findet traditionell wenige Wochen vor der jährlichen Weltklimakonferenz statt und bringt eine ausgewählte Gruppe von Ministerinnen und Ministern sowie hochrangigen Regierungsvertreterinnen und -vertretern zusammen. Sie dient dazu, politische Lösungsräume für noch offene Fragen auszuloten und die Verhandlungen der anschließenden COP vorzubereiten. Die COP31 findet im November 2026 im türkischen Antalya statt. Die Türkei übernimmt als COP31-Präsidentschaft die Ausrichtung der Weltklimakonferenz, während Australien als Verhandlungspräsidentschaft die Verhandlungen führt. Beide arbeiten bei der Vorbereitung und Durchführung der COP31 eng zusammen.