Seegras – Zostera marina als Blue Carbon Kohlenstoffspeicher in der Ostsee

Deutschland | 2025 - 2030 | Fördermaßnahmen im ANK | Natürlicher Klimaschutz
Seegras

Seegraswiesen sind hocheffiziente natürliche Kohlenstoffspeicher. ZOBLUC erforscht in der westlichen Ostsee, wie diese wertvollen Ökosysteme unter dem Klimawandel geschützt, widerstandsfähiger gemacht und erfolgreich wiederhergestellt werden können.

Projektdaten

Projektdauer

03/2025 - 09/2030

Förderjahr

2026

Land

Deutschland

Ort/Region

Schleswig-Holstein

Fördersumme

6.022.136,84 €

Themenbereich

Natürlicher Klimaschutz

Kooperationspartner

ZUG

Kontakt

Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN)

Fördernehmer

Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN)

Kurzbeschreibung des Projekts

Das Verbundprojekt ZOBLUC untersucht die Rolle von Seegraswiesen als natürliche Kohlenstoffsenken ("Blue Carbon") und entwickelt wissenschaftliche Grundlagen für ihren langfristigen Schutz und ihre Wiederherstellung unter den Bedingungen des Klimawandels. Dazu werden moderne Fernerkundungsmethoden, Prozessstudien zur Kohlenstoffspeicherung sowie innovative Ansätze zur Steigerung der Klimaresilienz von Seegras kombiniert. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Renaturierungsmaßnahmen überführt und durch eine enge Einbindung von Stakeholdern und "Citizen Science" praxisnah umgesetzt. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung nationaler Biodiversitäts- und Klimaschutzziele sowie der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen.

Projektziele

ZOBLUC verfolgt vier zentrale Ziele: (1) Entwicklung eines Monitorings von Seegraswiesen mittels optischer und akustischer Fernerkundung einschließlich Kartierung und Klassifikationsmodellen; (2) Untersuchung der Langlebigkeit, Stabilität und Stoffflüsse des in Seegraswiesen gespeicherten organischen Kohlenstoffs sowie der Auswirkungen des Klimawandels auf dessen Speicherung; (3) Entwicklung von Assisted-Evolution-Ansätzen zur Identifizierung und Nutzung lokaler temperaturtoleranter Seegras-Genotypen für klimaresiliente Renaturierungen; sowie (4) Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse in Pilotmaßnahmen zur großflächigen Wiederherstellung von Seegraswiesen unter Einbindung von Bürgerforschung und aussaatbasierten Methoden. Ergänzend werden die Ergebnisse mit den ANK-Projekten FUBLUC und LABLUC zusammengeführt.

Seegras unter Wasser, Carbon-Core
Samentragende Seegras

Maßnahmen

Zur Umsetzung werden Seegrasbestände mithilfe optischer und akustischer Fernerkundung flächendeckend erfasst und durch Freilanduntersuchungen validiert. Sediment- und Laboruntersuchungen analysieren die Speicherung und den Abbau organischen Kohlenstoffs unter unterschiedlichen Umweltbedingungen. Genetische und experimentelle Arbeiten identifizieren lokale klimaresiliente Seegraspopulationen. Aufbauend darauf werden Renaturierungsmaßnahmen mit adulten Pflanzen und aussaatbasierten Verfahren erprobt. Parallel werden Stakeholder eingebunden und ein Citizen-Science-Netzwerk mit geschulten Taucherinnen und Tauchern aufgebaut.

Ergebnisse und Highlights

Die bisherigen Ergebnisse zeigen eine hohe Dynamik von Seegraswiesen im Flachwasser mit einer raschen Entstehung und einem ebenso schnellen Rückgang einzelner Bestände. Gleichzeitig wurden deutliche standortabhängige Unterschiede in der Kohlenstoffspeicherfunktion festgestellt. Temperaturmessungen belegen im Sommer Unterschiede von bis zu 2°C zwischen geschützten und offenen Standorten. Erste Untersuchungen liefern Hinweise auf lokale Anpassungen von Seegraspopulationen an höhere Temperaturen und bestätigen damit das Potenzial der Assisted-Evolution-Ansätze. Zudem ist die Prozesskette für die Beteiligung von Bürgerwissenschaftler*innen  erfolgreich etabliert und bereit für eine Ausweitung auf größere Küstenbereiche.

https://www.bundesumweltministerium.de/FP200

Wege zum Dialog

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