Nationales Statement von Bundesminister Carsten Schneider anlässlich der Weltklimakonferenz (COP 30)

17.11.2025
Carsten Schneider auf der Weltklimakonferenz (COP30) am Rednerpult
Zum Auftakt der zweiten COP30-Verhandlungswoche in Belém hat Bundesumweltminister Carsten Schneider eine Rede gehalten. Dabei betont er, dass Deutschland weiterhin besonders gefährdete Länder unterstützen wird.

– Es gilt das gesprochene Wort! –

Herr Präsident,
Exzellenzen,

zunächst möchte ich unseren brasilianischen Gastgebern und Gastgeberinnen gegenüber meine tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Die Präsidentschaft trägt maßgeblich dazu bei, den dringend benötigten Fortschritt voranzutreiben. Auch die wunderbaren Menschen hier in Brasilien haben mich mit ihrer Gastfreundschaft schon jetzt für sich gewonnen.

Wenn man die Welt von heute mit einer Welt ohne Klimakonferenzen vergleicht, gibt es einen gigantischen Unterschied. Unsere Reise begann vor 30 Jahren mit der ersten COP in Berlin. Vor der COP in Paris steuerten wir auf eine Welt mit Temperaturen von mehr als vier Grad zu. Mit den aus den COPs heraus angestoßenen Maßnahmen liegen wir heute bei voraussichtliche unter drei Grad.  Das ist ein großer Erfolg, aber wir müssen noch weitere Schritte folgen lassen. Der Schlüssel ist die multilaterale Zusammenarbeit. Und dafür will ich mich in diesen politisch turbulenten Zeiten stark machen.

Schlüsselsektor für diesen Erfolg ist vor allem die Energiewirtschaft. Die erneuerbaren Energien haben weltweit die Kohle überholt. Immer mehr Länder führen Emissionshandelssysteme ein, um den klimafreundlichen Umbau der Industrie zu organisieren. All das zeigt: Wir machen wichtige Fortschritte.

Aber wir können und werden noch mehr tun!

Der Umbau zu einer klimaneutralen Welt ist anspruchsvoll. Aber er ist zugleich auch eine große wirtschaftliche und soziale Chance. Die Kosten des Nicht-Handelns wären um ein Vielfaches höher.

In Deutschland stammen heute fast 60 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien. Wir schließen Kohlekraftwerke und senken den Gasverbrauch. Deutschland steht als verlässlicher Partner zum neuen Klimafinanzierungsziel aus Baku.

2024 haben wir mit fast zwölf Milliarden Euro zur internationalen Klimafinanzierung beigetragen. So unterstützen wir auch eine gerechte Energiewende in Indonesien und Südafrika. Davon sind über sechs Milliarden Euro Haushaltsmittel, die auch genutzt werden, um weitere öffentliche und private Mittel zu mobilisieren. 

Wir müssen hier nachlegen. Zum Beispiel durch Garantien. Deshalb freue ich mich, dass wir von Deutschland aus die Green Guarantee Group gestartet haben, in der schon viele Partner mitwirken. Wir waren unter den Ersten, die zum neuen Fonds for Responding to Loss and Damage beigetragen haben. Jetzt ist eine erste Projektrunde gestartet. Das ist ein wichtiger Schritt.

Hier in Belém werden Anpassungsmaßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Sie müssen zum Schutz von Menschen und Ökosystemen noch schneller umgesetzt werden.

Wir werden vulnerable Länder weiterhin besonders unterstützen. Lassen Sie mich ein Beispiel geben: Die kleinen Inselstaaten unter den Entwicklungsländern in der Karibik sind massiv vom Klimawandel betroffen. Mit unserer Unterstützung wird z. B. die Widerstandsfähigkeit von Küstenökosystemen gestärkt, um Menschen besser vor starken Unwettern schützen zu können.

Aber wir gehen noch weiter Ich freue mich heute ankündigen zu können, dass wir auch in diesem Jahr den Anpassungsfonds mit einem Beitrag von 60 Millionen Euro zu unterstützen! 

Wir müssen uns von Kohle-, Öl- und Gasabhängigkeiten freimachen. Das Motto ist: Elektrifizieren statt verbrennen – in Industrie, Verkehr und Gebäuden. Elektrifizierung und Dekarbonisierung bieten riesige wirtschaftliche Chancen. Sie werden die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft verbessern. Laut IRENA entfielen im Jahr 2024 92,5 Prozent der neuen Produktionskapazitäten für Strom auf erneuerbare Quellen.

Wir müssen die globale Energiewende noch stärker beschleunigen. Dabei kommt dem Ausbau von Stromnetzen und -speichern eine zentrale Rolle zu.  Es freut mich, dass wir das hier gemeinsam vorantreiben. Daher begrüßen wir Präsident Lulas Forderung nach einem Fahrplan für die Abkehr von fossilen Energieträgern. Das ist genau das mutige Signal, das wir brauchen, um den Prozess auf dieser COP anzustoßen. Deutschland unterstützt diesen Schritt.

Wie ich eingangs bereits sagte: Wir machen uns für den Multilateralismus stark, trotz, oder vielmehr wegen, des politischen Gegenwinds.

Deutschland und Europa sind als verlässliche Partner nach Belém gekommen. Mit Ehrgeiz zu Hause, mit weltweiter Zusammenarbeit und Solidarität mit den am stärksten Betroffenen.

Vielen Dank.

Meldungen Informationen PDF

30. Weltklimakonferenz (COP30)

10. bis 21. November 2025 in Belém

17.11.2025 | Rede Internationales

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