CO₂-Entnahme aus der Atmosphäre

Fabrikanlage mit Schornsteinen stößt Rauch aus

Die Senkung der Treibhausgasemissionen über alle Sektoren hinweg ist und bleibt die zentrale Aufgabe und oberste Priorität der Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. Trotz aller Minderungsbemühungen werden jedoch nicht sämtliche Emissionen vollständig vermieden werden können, sodass zur Erreichung von Treibhausgasneutralität unvermeidbare Restemissionen – insbesondere aus bestimmten Industrieprozessen und aus der Landwirtschaft – ausgeglichen werden müssen. Gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz sollen durch CO2-Entnahme nach 2050 sogar jährlich mehr Treibhausgase aus der Atmosphäre entnommen als freigesetzt werden. Für einen effektiven Klimaschutz genügt es also nicht, nur Emissionen zu reduzieren und zu vermeiden – langfristig müssen wir auch zusätzlich CO2 aus der Atmosphäre entnehmen. Diesen Ansatz nennt man "Negativemissionen".

Negativemissionen lassen sich beispielsweise mittels natürlicher Methoden, wie etwa der Neuaufforstung von Wäldern, erreichen. Alternativ können technische Methoden, wie etwa die direkte Abscheidung von CO2 aus der Atmosphäre mit anschließender geologischer Speicherung (Direct Air Carbon Capture and Storage, DACCS), eingesetzt werden, um Negativemissionen zu erreichen. Weiterhin könnten andere neuartige Methoden, wie die beschleunigte Verwitterung von Gestein, eine zusätzliche CO2-Entnahme erreichen.

Im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) stellt die Bundesregierung dar, mit welchen Maßnahmen sie die natürliche Klimaschutzleistung von Ökosystemen stärken und insbesondere natürliche Kohlenstoffsenken erhalten und ausbauen will, um so die Ziele aus Paragraph 3a des Bundes-Klimaschutzgesetzes zu erreichen.

In der Langfriststrategie Negativemissionen (LNe), die die Bundesregierung derzeit erarbeitet, wird der Fokus (Ziele, Maßnahmen und Instrumente) daher vor allem auf den technischen und anderen neuartigen Kohlenstoffsenken liegen.

Zur technischen Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre gibt es bereits viele Ideen und Ansätze. Deren Entwicklung hat begonnen, jedoch steht die Umsetzung vielfach noch am Anfang. Es besteht eine Diskrepanz zwischen dem zukünftig benötigten Niveau der CO2-Entnahme und dem aktuellen Stand der Entwicklung von Technologien und Methoden.

Deutschland ist jedoch bereits jetzt wichtiger Entwickler und Exporteur von Entnahmetechnologien. Bei der Erforschung, Entwicklung und ersten Anwendungen direkter Abscheidung von CO2 aus der Umgebungsluft (DACCS), Biokohle, beschleunigter Verwitterung und Mineralisierung zählt Deutschland zu den Vorreitern in der EU. Diese Position will die Bundesregierung halten und weiter ausbauen, denn damit verbinden sich auch erhebliche Chancen für Wirtschaft, Innovation, Export und Beschäftigung.

Für die Entwicklung des Marktes für CO2-Entnahmen sind auf übergeordneter Ebene zwei Punkte besonders wichtig: Erstens die Möglichkeit, auf robusten Regeln zertifizierte Entnahmen auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt zu handeln und zweitens – unter Anlegung ebenso robuster Regeln – die perspektivische Integration von permanenten Entnahmen in verpflichtenden Kohlenstoffmärkten wie dem europäischen Emissionshandel (EU-ETS) zu prüfen. Die Bundesregierung wirkt auf europäischer Ebene sowohl an der Entwicklung freiwilliger Regeln der EU zur Anerkennung dauerhafter CO2-Entnahmen als auch der Diskussion zur Einbindung von permanenten Entnahmen im EU-ETS mit.

Auf internationaler Ebene begleitet die Bundesregierung zudem die Arbeiten des Weltklimarats IPCC zur Entwicklung von Methoden für die Berichterstattung über CO2-Entnahmen.

Ziele, Maßnahmen und Instrumente

Detaillierte Informationen

Methoden zur CO₂-Entnahme

Die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre kann durch natürliche sowie durch technische und andere neuartige Kohlenstoffsenken erfolgen. Zudem ist die langfristige Speicherung von organisch gebundenem Kohlenstoff wichtig. Die Art und Weise der CO2-Bindung, der weitere Weg und der dauerhafte Verbleib des aus der Atmosphäre entnommenen Kohlenstoffs können sich je nach Methode erheblich unterscheiden. Einige der im Folgenden benannten Methoden beinhalten nur Teilschritte auf dem Weg von der Entnahme aus der Atmosphäre bis zur dauerhaften Speicherung. Zu Effektivität und möglichen Umweltfolgen der verschiedenen Methoden besteht zum Teil noch Forschungsbedarf.

Grafik: Darstellung verschiedener möglicher CO2-Entnahmemethoden

Illustration: Darstellung verschiedener möglicher CO2-Entnahmemethoden an Land und unter Wasser.. Weitere Informationen siehe Bildunterschrift

Natürliche Kohlenstoffsenken und -speicherung

Technische und andere neuartige Kohlenstoffsenken

Stand: 30.03.2026

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