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Kurzfassung des Programms
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Der Konsum von Produkten und Dienstleistungen erfüllt vielfältige gesellschaftliche und individuelle Funktionen. Er ist eine wichtige Grundlage des wirtschaftlichen Wachstums und des Wohlstands und ermöglicht den Konsumentinnen und Konsumenten, sich Bedürfnisse wie Essen, Wohnen, Mobilität und Unterhaltung zu erfüllen sowie individuelle Lebensformen zu entfalten. Der Konsum von Produkten und Dienstleistungen sowie deren Nutzung und Entsorgung beeinflussen dabei jedoch in erheblichem Maße nicht nur die wirtschaftliche und soziale Situation der Menschen, sondern auch den Zustand der Umwelt.
Nachhaltiger Konsum ist ein unverzichtbarer Baustein für die ökologische Transformation in Deutschland. Er umfasst Entscheidungen und Verhaltensweisen, die ökologische Belastungen reduzieren, soziale Gerechtigkeit fördern und langfristig tragfähige Konsummuster ermöglichen. Trotz gesellschaftlicher Sensibilität zeigen aktuelle Analysen, dass der Konsum in Deutschland bislang nur in Teilbereichen nachhaltiger geworden ist. Viele Indikatoren – etwa die nur langsam sinkenden CO2-Emissionen des Konsums oder der weiterhin steigende Pkw-Bestand – verdeutlichen weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Gleichzeitig entwickeln sich Herausforderungen im Bereich nachhaltigen Konsums – etwa durch neue Konsumtrends, technologische Innovationen, internationale Entwicklungen oder veränderte gesellschaftliche Erwartungen.
Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung 2016 das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) verabschiedet. Das NPNK ist ein erster Schritt zur Umsetzung der 2030-Agenda. Es soll einen Beitrag dazu leisten, unsere Konsummuster und unseren Lebensstil mit den planetaren Grenzen in Einklang zu bringen. Das Programm konkretisiert die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie im Bereich Konsum und legt dar, wie nachhaltiger Konsum auf nationaler Ebene in unterschiedlichen Bereichen systematisch gestärkt und ausgebaut werden soll. Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum enthält Leitideen für eine Politik des nachhaltigen Konsums.
Am 3. Mai 2021 beschloss der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung die Weiterentwicklung des Programms mit prioritär umzusetzenden Maßnahmen.
Es werden relevante Handlungsfelder beschrieben und in übergreifende Handlungsansätze untergliedert. Daneben werden die Handlungsfelder in sechs Konsumfelder (Mobilität, Ernährung, Wohnen und Haushalt, Arbeiten und Büro, Bekleidung, Freizeit und Tourismus) eingeteilt, welche die größten Umweltentlastungspotenziale im Bereich des nachhaltigen Konsums haben. Zudem enthält das NPNK Querschnittsaufgaben wie Bildung, Digitalisierung und die Weiterentwicklung von Indikatoren. Schließlich werden konkrete Maßnahmen und Instrumente aufgeführt. Beispielsweise sollen die Lebensdauer, Reparaturfreundlichkeit und Rezyklierbarkeit im Design von Produkten - zum Beispiel unter der Ökodesign-Richtlinie stärker berücksichtigt, glaubwürdige Label wie der Blaue Engel ausgeweitet und gestärkt oder Informationen zur längeren Nutzung von Möbeln und Elektrogeräten bereitgestellt werden.
2024 wurde der Umsetzungsstand der Maßnahmen aus der Weiterentwicklung des Programms systematisch erhoben (UBA Texte 92/2024). Der UBA Bericht zeigt auf, wie weit die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen bereits vorangeschritten ist, welche Umsetzungsschritte dabei erfolgt sind, wann die Umsetzung erfolgte beziehungsweise bis wann sie angestrebt wird. Es wird ein gemischtes Bild zum Umsetzungsstand der 110 Maßnahmen dargestellt. Wobei Einschätzungen zu 80 Maßnahmen enthalten sind, wovon 40 Maßnahmen umgesetzt sind beziehungsweise die Umsetzung weit fortgeschritten ist. Bei 40 Maßnahmen sind keine Umsetzungsschritte erfolgt beziehungsweise der Umsetzungsstand ist unklar.
Eine weitere durch das BMUKN im Jahr 2025 durchgeführte Abfrage im Ressortkreis ergab folgendes Gesamtumsetzungsergebnis: Danach sind nunmehr 35 Maßnahmen vollständig und 14 Maßnahmen weitgehend umgesetzt. Handlungsbedarf besteht unter anderem weiterhin bei 39 Maßnahmen (Umsetzungsstand 03/ 2026).