Aktuelle Informationen zur radiologischen Lage im Iran
04.04.2026
Aktuelle Informationen zur radiologischen Lage im Iran. Es ist nicht davon auszugehen, dass Radioaktivität freigesetzt wurde.
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In der Nacht vom 27. auf den 28. März 2026 meldete die iranische Atomaufsichtsbehörde über die IAEO, dass am späten Abend ein Geschoss auf dem Gelände des Atomkraftwerks Bushehr eingeschlagen sei. Berichte über Schäden an der Anlage oder Verletzte sind nicht gemeldet worden.
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- Am 27. März 2026 meldete die iranische Atomaufsichtsbehörde über die IAEO, dass eine Anlage zur Verarbeitung von Uranerz in der Provinz Yazd aus der Luft angegriffen wurde. Es seien keine erhöhten Strahlungswerte oder Kontaminationen detektiert worden.
- Am 27. März 2026 berichtete die IAEO unter Bezug auf iranische Angaben, dass die Schwerwasserproduktionsanlage in Arak / Khondab angegriffen worden sei. Laut IAEO zeigen dort vorliegende Satellitenanalysen, dass die Anlage stark beschädigt und außer Betrieb ist. Laut Angaben der IAEO besteht keine Gefahr durch radioaktive Strahlung. Medienberichte ließen zunächst vermuten, dass der Angriff dem Schwerwasserreaktor Arak / Khondab am gleichen Standort gegolten habe. Nach Kenntnis des BMUKN war der Reaktor nie in Betrieb und enthält kein Kernmaterial. Er wurde bereits im 12-Tagekrieg im Sommer 2025 beschädigt.
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- Am Abend des 24. März 2026 informierte die iranische Atomaufsichtsbehörde erneut über die IAEO, dass ein Geschoss das Gelände des Atomkraftwerks Bushehr getroffen habe. Meldungen über Schäden an der Anlage oder Verletzte liegen nicht vor.
- IAEO-Generaldirektor Grossi rief erneut zu größtmöglicher Zurückhaltung auf, um Risiken für die nukleare Sicherheit während des Konflikts zu vermeiden.
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- Am Morgen des 21. März 2026 meldete die iranische Atomaufsichtsbehörde über die IAEO, dass die Nuklearanlage in Natanz erneut Luft- und Raketenangriffen durch Israel und den USA ausgesetzt war. Bislang würde kein Anstieg der Radioaktivität außerhalb des Geländes gemeldet.
- Am Abend des 21. März 2026 erklärte die IAEO, sie habe Kenntnis von einem Raketeneinschlag in der israelischen Stadt Dimona, aber "keine Hinweise auf Schäden am Kernforschungszentrum Negev". Erhöhte Strahlungswerte wurden in der Region demnach nicht festgestellt. IAEO Generaldirektor Grossi rief erneut zu größter militärischer Zurückhaltung auf, "insbesondere in der Nähe von Nuklearanlagen".
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- Am Abend des 17. März 2026 meldete die iranische Atomaufsichtsbehörde über die IAEO, dass ein Geschoss das Gelände des Atomkraftwerks Bushehr getroffen habe.
- IAEO Generaldirektor Grossi sieht keine Anzeichen für größere Schäden an der Anlage. Es sei ein Gebäude mit einem Labor getroffen worden, nicht das eigentliche Kraftwerk. Opfer seien nicht zu verzeichnen. Grossi beruft sich auf Informationen von Russland und Iran, die IAEO könne sich kein eigenes Bild vor Ort machen.
- Gleichzeitig bekräftigt Grossi seine Forderung, jegliche Angriffe auf atomare Einrichtungen zu unterlassen.
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- Nach öffentlich zugängigen Informationen hat Israel in der Nacht auf den 4. März eine geheime unterirdische Nuklearanlage am Stadtrand von Teheran angegriffen. Dem RLZ-Bund liegen hierzu keine Informationen über Art der Anlage und Ausmaß möglicher Schäden vor. Es gibt bisher keine Hinweise auf Freisetzungen von Radioaktivität aus der Anlage.
- Am 4. März berichtete die IAEO, dass nach Angaben der UN-Atomwächter zwei Gebäude des iranischen Atomtechnologiezentrum in Isfahan beschädigt wurden. Es seien jedoch keine Gebäude betroffen, in denen sich nukleares Material befinde.
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- Am 3. März hat die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) Angaben des Irans bestätigt, dass an der Urananreichungsanlage in Natanz im Zuge der Angriffe neue Schäden entstanden sind. Die Anlage in Natanz wurde ebenso wie andere iranische Nuklearanlagen bereits bei den Angriffen im Sommer 2025 beschädigt.
- Die IAEO geht nicht davon aus, dass bei den Angriffen auf Natanz Radioaktivität freigesetzt wurde. Im Einklang damit gibt es keine Anzeichen für Freisetzungen von Radioaktivität, alle verfügbaren tagesaktuellen Messwerte aus der Region sind weiterhin unauffällig.
- Sollte es dennoch zu Freisetzungen aus der Anlage in Natanz kommen, ist aus Sicht des RLZ-Bund nur mit lokal begrenzten Auswirkungen zu rechnen.
04.04.2026
| Meldung Strahlenschutz
https://www.bundesumweltministerium.de/ME11662