Auf der Weltklimakonferenz (COP30) im brasilianischen Belém hat Bundesumweltminister Carsten Schneider heute für die Bundesregierung angekündigt, 60 Millionen Euro zum internationalen Anpassungsfonds beizusteuern. Der Fonds unterstützt die vom Klimawandel stark betroffenen Gemeinschaften weltweit bei konkreten und innovativen Anpassungsmaßnahmen. Deutschland ist größter Geber für dieses zentrale multilaterale Finanzierungsinstrument zur Klimaanpassung und unterstützt den Fonds seit seiner Gründung aktiv.
Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Die Anpassung an den Klimawandel ist zurecht ein zentrales Thema dieser Weltklimakonferenz. Wo Gesellschaften sich nicht an die neuen Klimabedingungen anpassen können, drohen Hunger, Armut und Menschen werden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Viele Länder sind für eine erfolgreiche Anpassung auf internationale Zusammenarbeit angewiesen. Auf Deutschland ist bei diesem Thema seit vielen Jahren Verlass. Ich hoffe, dass wir mit unserem Beitrag zum Anpassungsfonds weiter Vertrauen aufbauen und einen Impuls für gemeinsame Lösungen in Belem geben können."
Der internationale Anpassungsfonds (Adaptation Fund) setzt in den Bereichen Finanzierung, Verfahrensregeln und Verwaltung eine Reihe innovativer Ansätze um. Dies betrifft nicht allein die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen, sondern auch die Governance-Struktur des Fonds. So wird der Anpassungsfonds gemeinsam von Entwicklungsländern und Industrieländern verwaltet und hat als erster multilateraler Fonds akkreditierten Projektdurchführungsorganisationen in Partnerländern einen direkten Zugang zu Fördermitteln geboten.
Hier ein paar konkrete Beispiele wie und wo der Anpassungsfonds unterstützt:
- Der Fonds hat in Bhutan Gemeinden, die einst mit schwerwiegenden Wasserknappheiten zu kämpfen hatten, dabei unterstützt, Quellen zu sanieren und ein klimaresistentes Wasserversorgungssystem aufzubauen. Diese Initiative sorgt für sauberes Wasser, revitalisiert Ackerland und stärkt die Rolle der Frauen und Bauern vor Ort.
- In Peru unterstützt ein durch den Fonds finanziertes Projekt Frauen dabei, eine zentrale Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel zu übernehmen. Sie übernehmen neue Aufgaben in ihren Gemeinden und bringen wertvolles lokales Wissen in Strategien zur Anpassung an den Klimawandel ein.
- Auf Vanuatu unterstützt ein Projekt des Anpassungsfonds dabei, Ökosysteme wiederherzustellen, Infrastruktur für Katastrophenvorsorge aufzubauen, und die Ernährungssicherheit zu verbessern.
Der Adaptation Fund setzte in den letzten 18 Jahren insgesamt etwa 1,4 Milliarden US-Dollar für rund 200 konkrete Anpassungsprojekte in 108 Ländern um, die über 50 Millionen Menschen in den vulnerabelsten Gemeinschaften weltweit erreicht haben. Insgesamt hat der Fonds bisher Beiträge in Höhe von rund zwei Milliarden US-Dollar erhalten. Deutschland ist seit Gründung des Fonds im Jahr 2007 der kumulativ größte Geber und hat seitdem rund 610 Millionen Euro beigetragen.
Die deutsche Klimafinanzierung für Anpassung aus dem Bundeshaushalt lag 2024 bei insgesamt 2,84 Milliarden Euro. Das entspricht 46 Prozent der eingesetzten Haushaltmittel in Höhe von 6,11 Milliarden Euro. Der Anpassungsfonds ist eines von vielen Instrumenten, mit denen die Bundesregierung die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern unterstützt. Die Beiträge zum Anpassungsfonds sind dabei Teil der Verpflichtung der Bundesregierung, einen fairen Anteil zur Finanzierung der globalen Anpassungsagenda beizutragen.