Neues Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer nimmt die Arbeit auf

02.07.2026
Bundesumweltminister Carsten Schneider stellt in Rostock das neue Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer vor. Am Ocean Technology Campus hat der Aufbaustab bereits die Arbeit aufgenommen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider stellt heute in Rostock das neue Bundeskompetenzzentrum Munitionsbergung aus dem Meer (BK Meer) der Öffentlichkeit vor. Am zukünftigen Standort des BK Meer, dem Ocean Technology Campus in Rostock (OTC), hat ein Aufbaustab zur Etablierung des Zentrums die Arbeit aufgenommen. Das Bundeskompetenzzentrum wird an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft mit Politik, Landes- und Bundesverwaltung arbeiten. Meeresschutz und Technologieentwicklung zur Munitionsbergung sind wesentliche Eckpfeiler des zukünftigen Aufgabenportfolios. Ergänzend soll es neue Impulse zum Thema Ausbildung setzen, um dem aktuellen Mangel an einschlägigen Expertinnen und Experten entgegenzuwirken. Die Bergung von Altmunition in Nord- und Ostsee ist eine Generationenaufgabe, mit dem Bau der ersten Entsorgungsplattform leistet Deutschland weltweit Pionierarbeit.

Bundesumweltminister Carsten Schneider: "Ich freue mich, dass das BK Meer nun konkret Gestalt annimmt und mit seiner Arbeit beginnen kann. Der Standort Rostock steht für starke Forschung und erfahrene Unternehmen. Hier am Ocean Technology Campus können sich maritime Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Praxis sinnvoll austauschen. So kann das BK Meer Kompetenzen bündeln. Das ist wichtig, um die Bergung von Altmunition voranzubringen, sowohl was wissenschaftliche und technische Kenntnisse betrifft als auch die praktische Umsetzung. Es bleibt eine Generationenaufgabe, die wir mit dem Bau der ersten Entsorgungsplattform nun weltweit erstmals im großen Stil angehen. Damit leisten wir, auch international gesehen, Pionierarbeit. Ich bin zuversichtlich, dass dieses Know-How auch in anderen Regionen der Welt Anwendung finden kann."

Etwa 1,6 Millionen Tonnen Altmunition auf dem Grund von Nord- und Ostsee, allein in deutschen Hoheitsgewässern, stellen eine erhebliche Gefahr dar, denn ihre Hüllen verrosten oder verrotten langsam. Bereits jetzt können sich von den Sprengstoffen herrührende, teils krebserregende und das Erbgut schädigende Substanzen in Meereslebewesen wie Muscheln und Fischen anreichern. Sie gefährden die Meeresumwelt und könnten nach Ansicht von Experten auch in die menschliche Nahrungskette gelangen. Die Bundesregierung hat deshalb ein mehrjähriges umfangreiches Sofortprogramm 'Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee' für die Bergung und Entsorgung von Altmunition in deutschen Meeresgewässern aufgelegt und dafür bundesseitig 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Erste Erkundungs- und Bergemaßnahmen, sogenannte Pilotierungen, in der Lübecker und Mecklenburger Bucht in den Jahren 2024 und 2025 unter dem Dach des Sofortprogramms haben nachgewiesen, dass eine sichere und umweltgerechte Bergung generell machbar ist. Sie haben jedoch auch aktuell noch bestehen Defizite bei der Bewältigung dieser komplexen Materie aufgezeigt. Neben technischem Optimierungsbedarf muss auch der rein prozedurale, das heißt das Zusammenspiel unterschiedlicher Verwaltungseinheiten bei Bund und Ländern betreffende Teil der Umsetzung des Sofortprogramms angepasst werden. Hier wird das BK Meer im Lichte der Erfahrungen aktiv Prozesse anstoßen und begleiten.

Der Erprobungsphase wird zeitnah die nächste, wichtige ganz praktische Stufe folgen: das Ziel ist es, die weltweit erste schwimmende Entsorgungsanlage zu bauen, um aus dem Meer geborgene Altmunition direkt auch auf dem Meer zu entsorgen. Beim Betrieb der zukünftigen Entsorgungsplattform wird das BK Meer zukünftige wichtige unterstützende Aufgaben übernehmen. Das Vergabeverfahren zur 'Entsorgungsplattform' läuft noch. Mit einer Inbetriebnahme wird aktuell für Ende 2028 gerechnet.

Im neuen Bundeskompetenzzentrum bündeln der Bund und die Küstenbundesländer Kapazitäten, Know-How und operative Ressourcen zum Thema Bergung und Entsorgung von Altmunition aus dem Meer. Ergänzend soll es neue Impulse zum Thema Ausbildung setzen, wobei der bereits etablierte Masterstudiengang Sustainable Maritime Engineering der Uni Rostock bereits erste Zeichen setzt. Auch die Schaffung von Ausbildungsplätzen in einschlägigen Ausbildungsberufen wird langfristig ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Thema Bergung und Entsorgung von Altmunition aus dem Meer sein.

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Sommerreise 2026

Carsten Schneider in Mecklenburg-Vorpommern

02.07.2026 | Pressemitteilung Nr. 086/26 | Meeresschutz
https://www.bundesumweltministerium.de/PM11835
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