Energieeffizienzkennzeichnung
Aktuelles
Seit 1992 gibt es das uns allen bekannte Energielabel mit der Ampelkennzeichnung. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten in einer Skala von A – G die Information, wie energieeffizient das Gerät ist. Seit dem 1. März 2021 gibt es ein überarbeitetes Energielabel, das bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern für mehr Transparenz und bessere Information sorgen soll.
Das verbesserte Label-System:
Die Neugestaltung war notwendig, da technische Fortschritte dazu führten, dass fast alle Neugeräte in den obersten Klassen, die über die Jahre auf A+++, A++ und A+ ausgeweitet wurden, lagen, was einen echten Vergleich erschwerte.
- Klare Skala: Die Einteilung von A (sehr effizient) bis G (wenig effizient) schafft wieder Raum für Innovationen. Die Klasse A wird bei Neueinführungen bewusst zunächst freigehalten, um Anreize für noch sparsamere Geräte zu setzen.
- Erweiterte Informationen: Über verständliche Piktogramme finden Sie Angaben zu dem Energieverbrauch und Eigenschaften von neuen Geräten wie zum Beispiel Fassungsvolumen, Lautstärke oder Wasserverbrauch.
- Über einen QR-Code auf dem Label gelangen Sie direkt zur europäischen Produktdatenbank EPREL, die detaillierte Informationen zu dem jeweiligen Produkt bereitstellt.
Aktueller Stand der Umsetzung (2026)
Mittlerweile sind fast alle Produktgruppen auf das aktualisierte Energielabel umgestellt worden. Die vollständige Umstellung wird bis spätestens zum Jahr 2030 für alle relevanten Produktgruppen abgeschlossen sein:
- Bereits umgestellt: Kühl- und Gefriergeräte inklusive Weinlagerschränke, Geschirrspüler, Waschmaschinen inklusive Waschtrockner, Wäschetrockner, Elektronische Displays inklusive Fernsehgeräte sowie Lichtquellen.
- Neu seit Juni 2025: Smartphones und Tablets: tragen als erste Produktgruppe zusätzlich zum Energieverbrauch verpflichtend einen Reparierbarkeitsindex.
- Die Energielabel für Lüftungs- und Heizungsgeräte werden sukzessive im Rahmen der Novellierung der jeweiligen Regelungen angepasst.
Der Reparierbarkeits-Index
Für Smartphones und Tablets wird auf dem Label eine zusätzliche Skala von A bis E angezeigt. Diese gibt an, wie leicht ein Gerät im Falle eines Defekts repariert werden kann. Bewertet werden unter anderem:
- Die Zerlegbarkeit des Gehäuses
- Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen
- Der Zugang zu Reparaturanleitungen
Im Rahmen der EU-Ökodesign-Verordnung setzt sich das BMUKN derzeit für die Einführung von Reparierbarkeits-Indizes für weitere Produktgruppen ein, um den nachhaltigen Konsum in Deutschland weiter zu stärken.
Die Entwicklung des Energielabels von 1979 bis heute
Ein wesentliches Instrument des Klimaschutzes ist die EU-weit verpflichtende Kennzeichnung von Produkten hinsichtlich des Energieverbrauchs und Ressourcenverbrauchs in der Nutzungsphase. Eine solche Kennzeichnung ermöglicht es Verbrauchern, sich beim Einkauf über die Energieeffizienz von Produkten zu informieren, Produkte zu vergleichen und die Kaufentscheidung danach auszurichten. Gleichzeitig erhalten Hersteller einen starken Anreiz zur ständigen Produktverbesserung, was die Marktdurchdringung hocheffizienter Geräte fördert.
Die Meilensteine der Kennzeichnung
- 1979: in Europa wird die Richtlinie 79/530/EWG eingeführt, welche Anforderungen an die Energieverbrauchskennzeichnung von Backöfen stellte.
- 1992: Die Richtlinie 92/75/EWG führte dann die heute bekannte "A – G Kennzeichnung" ein, insbesondere für Produkte der weißen Ware und für Raumklimageräte.
- 2010: Aufgrund der immer effizienter werdenden Geräte wurde eine Novellierung der Richtlinie notwendig. Im Jahr 2010 trat die Neufassung der "Richtlinie über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch energieverbrauchsrelevante Produkte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen" in Kraft (2010/30/EU). Eine wesentliche Neuerung war die Einführung der Effizienzklassen A+ bis A+++. Damit wurde erstmals ein Energielabel für Fernsehgeräte eingeführt. Für Kühlgeräte, Geschirrspüler und Waschmaschinen wurde die bestehende Kennzeichnungsregelung modernisiert.
- In den Folgejahren kamen weitere Gruppen wie Zentralheizungen und Warmwasserbereiter, Wäschetrockner, Staubsauger, Klimageräte, Lampen und Backöfen hinzu.
Der technische Fortschritt bei der Energieeffizienz führte dazu, dass viele Produktgruppen die höchste Effizienzklasse von "A+++" erreicht hatten. Seit der Überarbeitung der Richtlinie im Jahr 2010 hat sich unter anderem gezeigt, dass die Einführung der Energieeffizienzklasse A+ und höherer Klassen die Wirksamkeit des Labels hinsichtlich der Motivation der Verbraucherinnen und Verbraucher, effizientere Produkte zu kaufen, verringert hat.
Daher verabschiedete die EU 2017 die EU-Energieverbrauchskennzeichnungs-Verordnung. Die "Plusklassen" wurden abgeschafft und die Buchstaben A bis G decken nun wieder alle zulässigen Energieeffizienzklassen ab, wobei die erste Effizienzklasse A zunächst freigelassen wird, um technische Innovationen zu ermöglichen.