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4. Deutsch-Indisches Umweltforum: Gemeinsam für mehr Resilienz

03.09.2026
Bundesumweltminister Carsten Schneider und sein indischer Amtskollege Bhupender Yadav
Im Mittelpunkt des Umweltforums stand die Frage, wie Deutschland und Indien gemeinsam den Umwelt- und Klimaschutz voranbringen und die Widerstandsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften, Umwelt und Klimaanpassung stärken können.

Deutschland und Indien vertiefen ihre Zusammenarbeit im Umwelt- und Klimaschutz. Beim 4. Deutsch-Indischen Umweltforum am 1. September 2026 in Neu-Delhi standen die Themen Dekarbonisierung der Industrie, Schutz der biologischen Vielfalt, Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie nachhaltige Finanzierung im Mittelpunkt. Bundesminister Schneider und sein indischer Amtskollege Yadav vereinbarten zudem eine engere Zusammenarbeit beim Schutz von Feuchtgebieten und bei der Anpassung an den Klimawandel.

Unter dem Motto "Together for More Resilience – Gemeinsam für mehr Resilienz" kamen 280 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft beider Länder in Neu-Delhi zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschland und Indien gemeinsam den Umwelt- und Klimaschutz voranbringen und zugleich die Widerstandsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften, Umwelt und Klimaanpassung stärken können. Das Deutsch-Indische Umweltforum ist ein Multi-Stakeholder Format unter Leitung beider Minister und findet seit 2008 statt. Es wird gemeinsam vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und dem indischen Ministerium für Umwelt, Wald und Klimawandel (MoEFCC) in Zusammenarbeit mit dem Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA) und der Federation of Indian Chambers of Commerce and Industry (FICCI) organisiert.

Carsten Schneider am Rednerpult. Weitere Informationen siehe Bildunterschrift

Bundesumweltminister Carsten Schneider hält eine Rede beim 4. Deutsch-Indischen Umweltforum.

Eröffnung: Gemeinsame Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft

Bundesumweltminister Carsten Schneider und sein indischer Amtskollege Bhupender Yadav eröffneten das Forum und unterstrichen die Bedeutung der deutsch-indischen Partnerschaft angesichts von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Ressourcenknappheit.

"Angesichts der schwierigen Weltlage brauchen wir verlässliche und starke Partner wie Indien. Uns verbindet seit Langem das Bekenntnis zum Multilateralismus, ohne den es keinen erfolgreichen globalen Umwelt- und Klimaschutz gibt. Das diesjährige Umweltforum haben wir unter das Motto "Zusammen für mehr Resilienz" gestellt, denn uns verbindet das gemeinsame Ziel, unsere Länder resilienter zu machen – insbesondere gegen die Folgen des Klimawandels. Diese gefährden das Wirtschaftswachstum und bedrohen ganze Industrien. Diese Zusammenarbeit wollen wir künftig vertiefen. Denn wir müssen beides tun: unsere Lebensgrundlagen schützen und unsere jeweilige Wirtschaft fördern. Deutsche Unternehmen sind führend im CleanTech-Bereich, der in Indien einen Boom erlebt und dort etwa für günstigen Strom oder sauberes Wasser sorgt." – Bundesumweltminister Carsten Schneider

Der indische Umweltminister Bhupender Yadav betonte, dass ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Entwicklung keine Gegensätze seien. Er hob die Bedeutung von Wissens- und Technologietransfer, praktisch umsetzbaren Lösungen und der Stärkung institutioneller Kapazitäten hervor.

Der indische Umweltminister Bhupender Yadav und Bundesumweltminister Carsten Schneider geben sich die Hand.. Weitere Informationen siehe Bildunterschrift

Der indische Umweltminister Bhupender Yadav und Bundesumweltminister Carsten Schneider

Beide Minister unterzeichneten eine Absichtserklärung zur stärkeren Zusammenarbeit für den Schutz von Feuchtgebieten. Deutschland und Indien wollen eine klimaresistentere und nachhaltigere Entwicklung in Feuchtgebieten fördern. Die gemeinsame Absichtserklärung unterstreicht das Bekenntnis zu den internationalen Konventionen zur Biodiversität sowie zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten (CBD- und Ramsar-Konventionen). Die beiden Minister vereinbarten zudem, sich für die Anpassung an den Klimawandel enger fachlich auszutauschen. Ziel ist es, erfolgreiche Ansätze zu teilen und von den Erfahrungen des jeweils anderen zu lernen.

Der indische Umweltminister Bhupender Yadav und Bundesumweltminister Carsten Schneider begrüßen sich.. Weitere Informationen siehe Bildunterschrift

Deutsch-Indisches Business Forum

Austausch zu den zentralen Herausforderungen

In vier Sessions und einem Business-Forum diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft konkrete Lösungsansätze und Kooperationsmöglichkeiten zu folgenden Themen:

  • Klimafreundliche Industrie: Gemeinsam die industrielle Transformation voranbringen

Die Session "Low Carbon Industries" befasste sich mit Dekarbonisierung energieintensiver Branchen wie Stahl, Zement und Chemie. Diskutiert wurden die Elektrifizierung industrieller Prozesse, Energie und Materialeffizienz, grüner Wasserstoff sowie klimafreundliche Produktionsverfahren.

  • Biologische Vielfalt: Feuchtgebiete, Wälder und Gebirge gemeinsam schützen

Die Session unterstrich, dass Biodiversität und nachhaltige Entwicklung Hand in Hand gehen müssen. Beim Naturschutz geht es nicht nur um die Rettung von Arten und Ökosystemen, sondern auch um die Sicherung von Lebensgrundlagen, die Stärkung der Wirtschaft und die Gewährleistung des langfristigen Wohlergehens der Menschen.

  • Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft: Neue Geschäftsmodelle

In der Session "Resource Efficiency & Circular Economy as a Business Model" diskutierten die Teilnehmenden, wie politische Rahmenbedingungen, Technologien und tragfähige Geschäftsmodelle den Übergang zur Kreislaufwirtschaft fördern können. Schwerpunkte waren das Recycling von Elektroaltgeräten und Batterien sowie leistungsfähige Sammel- und Recyclingsysteme.

  • Nachhaltige Finanzierung und Fachkräfte für die grüne Transformation

Die Session "Sustainable Finance, Green Skills and Investment Mobilization" untersuchte, wie Investitionen für die grüne Transformation mobilisiert und die erforderlichen Fachkräfte qualifiziert werden können. Neben zusätzlichem Kapital sind verlässliche politische Rahmenbedingungen, sektorspezifische Transformationspfade und Instrumente zur Verringerung von Investitionsrisiken notwendig.

  • Deutsch-Indisches Business Forum: Grüne Technologien und wirtschaftliche Partnerschaften

Eine Ausstellung und Matchmaking boten zusätzlich viele Möglichkeiten für informellen Austausch und Vertrauensbildung.

Podiumsdiskussion der Beteiligten. . Weitere Informationen siehe Bildunterschrift

Podiumsdiskussion "Resource Efficiency & Circular Economy as a Business Model"

Blick nach vorne

Unter dem Titel "The Way Forward – Working Jointly towards Global Environmental Goals" diskutierten abschließend Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik über die Perspektiven der deutsch-indischen Kooperation. Im Mittelpunkt stand die Überführung politischer Ziele und der Ergebnisse der Fachsessions in konkrete Projekte und langfristige Partnerschaften.

Die Teilnehmenden sprachen sich für eine engere Verbindung von Forschung und industrieller Anwendung, geeignete Finanzierungsinstrumente und den Abbau von Marktzugangsbarrieren aus. Genannt wurden Möglichkeiten für gemeinsame Forschung und Entwicklung, vereinfachte Zertifizierungsverfahren und eine stärkere Unternehmensvernetzung. Die Ergebnisse des Umweltforums bilden eine Grundlage, um den bilateralen Dialog zu stärken und gemeinsam praktische Lösungen für Umwelt- und Klimaschutz umzusetzen.

Informationen

Natürlicher Klimaschutz

Natur stärken – Klima schützen

03.09.2026 | Meldung Internationales
https://www.bundesumweltministerium.de/ME11940

Wege zum Dialog

Gute Politik für Umweltschutz gelingt, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Schreiben Sie uns oder beteiligen Sie sich an unseren Dialogangeboten oder folgen Sie uns in den Sozialen Medien.