Sommerreise 2025

Ortstermin Umwelt 2025
Bundesumweltminister Carsten Schneider ist am 1. und 2. September bei verschiedenen Vor-Ort-Terminen zum Thema Umwelt. Er besucht Unternehmen und Organisationen in Rheinland-Pfalz, die sich erfolgreich für Klima- und Umweltschutzlösungen einsetzen: vom elektrisch betriebenen LKW über ein Nahwärmenetz in einer kleineren Kommune und einen Winzer, der sich für biologische Vielfalt engagiert. Carsten Schneider besichtigt auch das größte zusammenhängende Chemie-Areal der Welt, wo bereits Lösungen für die Chemie von morgen erprobt werden.
Das sind die Stationen:
1. September | Wörth, Offenbach und Bad Dürkheim
Klimaschutz, Verkehr, Klimaanpassung und Biodiversität
Besuch des Daimler Truck Standorts Wörth
Wörth am Rhein
Um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor erreichen zu können, wird es in den kommenden Jahren nicht ohne Einsparungen von CO2-Emissionen im Güterverkehr gehen – bislang entstehen dort ein Drittel aller Emissionen im Verkehr. Dass es in diesem Bereich schon Lösungen gibt, zeigt das Beispiel der Daimler Truck AG. Seit November 2024 wird im Werk in Wörth der batterie-elektrische LKW "eActros 600" in Serie produziert.

Da der LKW-Verkehr nach aktuellen Prognosen weiterhin wächst und der mit großem Abstand bedeutendste Verkehrsträger im Güterverkehr bleibt, ist der Umstieg von fossilen auf emissionsfreie Antriebstechnologien auch für die Hersteller von LKW eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre. Die Daimler Truck AG produziert bereits langstreckenfähige LKW mit batterieelektrischem Antrieb in Serie.
Besichtigung des Nahwärmenetzes in der Verbandsgemeinde Offenbach an der Queich
Offenbach an der Queich
Die Kommune in Offenbach an der Queich setzt auf ein innovatives kaltes Nahwärmenetz, welches erneuerbare Energien intelligent kombiniert: Geothermie, Photovoltaik und Solarthermie. Das System beheizt und kühlt Neubauten und ältere Bestandsgebäude klimaneutral.

Das Netz versorgt neben kommunalen Gebäuden wie dem neuen Rathaus, einer Kita, der Feuerwehr, der Umkleidekabine der Sporthalle sowie Vereinsheim und Freibad auch bereits Wohngebäude im Mühlweg. Das Wärmenetz ist fast 1,4 km lang, mit einer installierten Leistung von 500 Kilowatt sowie einem Jahreswärmeertrag von über 1,1 Millionen Kilowattstunden. Es spart jährlich gut 100 Tonnen CO2 ein. Wärmequellen des Netzes sind unter anderem drei 16 Meter tiefe Wärmebrunnen, ein Geothermie-Sondenfeld, eine Photovoltaik-Thermie-Anlage auf dem Rathausdach sowie die Solarthermie-Anlage des Freibades.
Besuch des Ambito-Projektes bei einem Biowinzer
Bad Dürkheim
In abwechslungsreichen Weinbergflächen sind viele wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten heimisch. Der Weinanbau in Deutschland steht jedoch – wie viele andere Bereiche auch – vor den Herausforderungen durch die Folgen des Klimawandels und durch den Rückgang der biologischen Vielfalt. Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Dürre stellen zusätzliche Herausforderungen dar und machen Anpassungsmaßnahmen erforderlich.

Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und die Förderung der biologischen Vielfalt sind eng miteinander verknüpft: Je höher die typische Artenvielfalt eines Ökosystems ist, desto widerstandsfähiger ist es gegenüber Umweltveränderungen. Hier setzt das Projekt AmBiTo aus dem Bundesprogramm Biologische Vielfalt an. Es trägt dazu bei, das Potenzial an Arten- und Strukturvielfalt vieler Weinberglandschaften besser auszuschöpfen. Ziel ist es, ein deutschlandweit anwendbares Instrument zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen, mit dem Weinbaubetriebe eine individuelle Förderung der Artenvielfalt umsetzen können.
2. September | Ludwigshafen
Chemikaliensicherheit und Nachhaltigkeit
Besuch von BASF zu umweltverträglicher Chemikalienproduktion
Ludwigshafen
BASF ist der größte Chemiekonzern der Welt. In Ludwigshafen sind die globalen Dimensionen der nachhaltigen Transformation der Chemieindustrie allgegenwärtig. Ein Leuchtturmprojekt von BASF ist klimafreundliches Steamcracking – ein sehr energieintensiver und für die Chemieindustrie zentraler Prozess.

Der Chemiesektor ist einer der wichtigsten Industriezweige in Deutschland. Er gilt zudem als Innovationsmotor der deutschen Industrie. Durch den hohen Bedarf an Energie, fossilen Rohstoffen und Ressourcen steht der Sektor bei der Transformation jedoch auch unter Druck: innovative Lösungen (zum Beispiel mit Blick auf nachhaltige Produktion, Kreislaufwirtschaft, Übergang zu erneuerbaren Energien und so weiter) sind gefragt.