Staatssekretär Jochen Flasbarth bei der London Climate Action Week
Im Rahmen des Energiewende- und Elektrifizierungsgipfels der London Climate Action Week (LCAW) sagte Deutschland seine Unterstützung für die globale Elektrifizierungsinitiative "Electrify Now" zu. Die LCAW ist eine zentrale Veranstaltung auf dem Weg zur Weltklimakonferenz. Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus aller Welt kommen zusammen, um zu zeigen, dass Klimaschutz, wirtschaftlicher Erfolg und ökonomische Resilienz Hand in Hand gehen. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth nimmt heute für Deutschland an der LCAW teil.
Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: "Die aktuelle Weltlage hat uns gezeigt, wie schnell Preisschocks Volkswirtschaften, die auf fossile Energien setzen, gefährden können. Klimaschutz entscheidet heute längst auch über wirtschaftliche Stärke, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Dafür braucht es mehr konkrete Fortschritte bei der Elektrifizierung unserer Wirtschaft, dem Ausbau erneuerbarer Energien, dem Ausstieg aus fossilen Energien sowie bei der Dekarbonisierung der Industrie. Wir brauchen zugleich weniger Methanausstoß, mehr Ausbau der Kreislaufwirtschaft und stärkere Mobilisierung von Investitionen in den Klimaschutz."
Im Rahmen der London Climate Action Week sagt das Bundesumweltministerium (BMUKN) seine Unterstützung der globalen Elektrifizierungsinitiative "Electrify Now" zu. Mit dieser Initiative von verschiedenen Staaten und Industrieverbänden soll der weltweite Ausbau klimafreundlicher Energiesysteme und Investitionen in die Elektrifizierung beschleunigt werden, um die die Verbrennung fossiler Energien durch Strom zu ersetzen. Deutschland hatte bereits beim Petersberger Klimadialog im April das Thema Elektrifizierung hoch auf die Agenda gesetzt.
Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: "Die Elektrifizierung unserer Volkswirtschaften ist der größte Hebel für Effizienzsteigerung, sichere Energieversorgung und Wettbewerbsfähigkeit. Je schneller wir weltweit unsere Volkswirtschaften elektrifizieren, desto unabhängiger macht uns das von fossilen Energien, und wir werden wirtschaftlich resilienter. Zudem braucht es einen beschleunigten Ausbau von erneuerbaren Energien sowie Investitionen in Netze und Speicher."
Laut der Internationalen Energieagentur konnten Energieimporteure seit 2015 bereits 60 Milliarden Euro pro Jahr durch Elektrifizierungsmaßnahmen einsparen. Für Deutschland eröffnen sich erhebliche Wachstums- und Wertschöpfungspotentiale durch Technologien wie industrielle Wärmepumpen. Im bisherigen Jahr 2026 war fast jedes vierte in Deutschland verkaufte Neufahrzeug ein reines Elektroauto. Wärmepumpen belegten erstmals den 1. Platz unter allen verkauften Heizsystemen.
In London wurde außerdem der Ergebnisbericht der ersten Konferenz zur Abkehr von fossilen Energien in Santa Marta, an der auch Deutschland teilnahm, von den Niederlanden und Kolumbien an die brasilianische COP30 Präsidentschaft übergeben. Brasilien hatte angekündigt, bis COP31 einen internationalen Fahrplan zur Abkehr von fossilen Energien zu entwickeln.
Auch der UN-Generalsekretär António Guterres nutzt die London Climate Action Week für eine Grundsatzrede zur Dringlichkeit des Klimaschutzes und der globalen Energiewende. In einem Aufruf zur Reduktion von Methanemissionen fordert er schnellere und ambitionierte Maßnahmen zur Reduktion von Methanemissionen, unter anderem ein Methanintensitätsstandard beim Handel von Öl und Gas. Mit der EU-Methanverordnung nimmt die EU hier schon eine Vorreiterrolle ein.
Darüber hinaus führt Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth Gespräche mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Äthiopien, Brasilien, Großbritannien und der Türkei über zentrale Hebel, die die Dekarbonisierung der Industrie beschleunigen. Eine zentrale Rolle soll dabei der Klimaclub spielen, der sich im Rahmen der LCAW trifft.
Der Klimaclub hat aktuell 50 Mitglieder, darunter Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer aus aller Welt. Die Mitglieder setzen auf kooperative Ansätze und engagieren sich zum Beispiel für den Hochlauf von Leitmärkten für "grünen" Stahl und Zement, eine bessere Koordinierung von Instrumenten wie CO2-Bepreisung und die Unterstützung von Schwellen- und Entwicklungsländern bei der Industrietransformation.