Bundesumweltminister Schneider reist in die Ukraine

18.08.2026
Luftaufnahme von Kyjiw in der Ukraine über dem Unabhängigkeitsdenkmal auf dem Maidan Nezalezhnosti.
Carsten Schneider besucht die Ukraine für Gespräche zu klimafreundlichem Wiederaufbau, Energiesicherheit, EU-Beitritt und Atomkraftwerken, begleitet von deutschen Green-Tech-Unternehmen.

Deutschland unterstützt nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Erneuerung in der Ukraine

Bundesumweltminister Carsten Schneider beginnt heute gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Sören Bartol, einen mehrtägigen Besuch in der Ukraine. Er wird von einer Wirtschaftsdelegation aus deutschen Green-Tech Unternehmen begleitet und eröffnet im Rahmen der Reise den ersten deutsch-ukrainischen Green-Tech Investoren-Roundtable. Ziel der Reise ist es, gemeinsam mit den ukrainischen Partnern frühzeitig Potenziale für eine klimafreundliche, resiliente Erneuerung der Infrastruktur und des weiteren Wiederaufbaues auszuloten, auch unter Beteiligung der deutschen Wirtschaft.

Carsten Schneider: "Ich bin tief davon beeindruckt, wie die Ukraine trotz des russischen Angriffskriegs an ihrer Zukunft arbeitet und Reformen vorantreibt. Kriegsgeschehen, Wiederaufbau und Erneuerung laufen parallel. Wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Ukraine werden bereits jetzt vorgenommen. Eine nachhaltige Erneuerung der Infrastruktur ist zentral für Resilienz, langfristiges Wachstum und Wohlstand in der Ukraine. Deutschland steht bereit, mit Know how, Technologie und passgenauer Zusammenarbeit zu unterstützen – von Umwelt- und Klimatechnologien bis hin zum Schutz des einzigartigen ukrainischen Naturerbes. Umgekehrt können wir in Sachen Innovationsfähigkeit, Krisenmanagement und Resilienz auch vieles von der Ukraine lernen."

In Kyjiw werden Bundesminister Schneider und Staatssekretär Bartol politische Gespräche mit Vertretern und Vertreterinnen der ukrainischen Regierung, der Zivilgesellschaft und von ukrainischen Unternehmen führen und sich einen Eindruck über die Erneuerung der Infrastruktur verschaffen, insbesondere wie dabei unter Kriegsbedingungen Energie- und Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energiekonzepte und Energieeffizienz vorangetrieben wird.

In den Gesprächen geht es auch um den EU-Beitrittsprozess. Die Ukraine ist seit 2022 EU-Beitrittskandidat und strebt mit großem Reformwillen in die EU. Das Umweltrecht spielt im Beitrittsprozess eine bedeutende Rolle. Das Bundesumweltministerium unterstützt die Ukraine bei der weiteren Annäherung an die EU im Umwelt- und Klimabereich.

Im weiteren Programm lädt Minister Schneider gemeinsam mit seinem ukrainischen Amtskollegen Oleksandr Krawtschenko zum ersten deutsch-ukrainischen Green-Tech Investoren-Roundtable ein. Der Green-Tech Sektor, unter anderem mit Unternehmen aus der Recycling-, Erneuerbaren-Energie- und Umwelttechnik-Branche, wächst deutlich schneller als viele klassische Industriezweige und kann einen erheblichen Beitrag für die Erneuerung und Sicherung der Infrastruktur in der Ukraine leisten sowie eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung ermöglichen.

Der Minister wird sich außerdem über die aktuelle Situation an und in den ukrainischen Kernkraftwerken informieren, darunter auch über den zerstörten Reaktor in Tschernobyl, dessen Schutzhülle bei einem Drohneneinschlag Anfang 2025 beschädigt wurde und die damit in ihrer Funktionalität eingeschränkt ist. Die Schutzhülle wurde mit internationaler Unterstützung errichtet. Ihre Reparatur ist hochkomplex, und es wird gemeinsamer internationaler Anstrengung bedürfen, um diese zeitnah ermöglichen zu können. Unter den G7-Staaten ist dazu bereits ein Prozess angelaufen.

Außerdem geht es um den Zustand und die Herausforderungen der ukrainischen Nationalparks und wie sie während des Krieges Natur- und Biodiversitätsschutz realisieren können. Die Ukraine beherbergt ein für Europa einzigartiges Naturerbe.

18.08.2026 | Pressemitteilung Nr. 099/26 | Internationales
https://www.bundesumweltministerium.de/PM11876
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